Märkte am Morgen: Getreide

Russland exportiert ohne Pause

Weizen: Schwache Exportzahlen haben die Weizen-Futures in Chicago am Montag unter Druck gesetzt. Der Dezember konnte zwar zunächst auf 4,42 US-/bushel zulegen, gab dann aber deutlich nach und schloss schließlich bei 4,36 US-$/bushel mit einem Minus von 3 Cent. In Paris konnten die Notierungen von der zunächst freundlichen Stimmung an der CBoT profitieren. Unterstützend wirkte auch ein schwächerer Euro. Der September ging so mit einem Plus von 25 Cent bei 162,25 €/t aus dem Handelstag.

Die US-Weizenexporte der vergangenen Woche summierten sich auf 322.000 t, das waren 8,2 Prozent weniger als in der Vorwoche und 30,5 Prozent weniger als im Vorjahr. An der insgesamt getrübten Stimmung konnte auch die Nachricht nicht ändern, dass US-Exporteure bei einer Ausschreibung von 50.000 t Weizen für den Irak das niedrigste Angebot eingereicht haben. Die russischen Ausfuhren laufen dagegen weiter auf Hochtouren. Vom 1. Juni bis zum 11. Oktober hat Russland 13,6 Mio. t Getreide exportiert, das sind 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Weizenexporte stiegen um 13 Prozent auf 10,5 Mio. t, berichtet SovEcon. Die Weichweizenexporte der Europäischen Union liegen aktuell dagegen um gut Ein Drittel unter der Vorjahreslinie.

Die Weizenaussaat in Russland läuft nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums etwas schneller als im Vorjahr. Bisher wurden 15,5 Mio. ha bestellt, das entspricht 88,9 Prozent der geplanten Fläche und liegt um 700.000 ha über dem Vorjahreswert. Der Zustand der Flächen wird etwas schlechter eingeschätzt, weil der Boden zu trocken ist. Für die kommenden Wochen werden im europäischen Teil Niederschläge erwartet, die zu einer Verbesserung führe sollen. Die Preise für russischen Exportweizen haben in der vergangenen Woche leicht nachgegeben. Am Schwarzen Meer wurden für Weizen mit 12,5 Prozent Protein zur Lieferung im Oktober fob-Preise von 192,00 bis 192,50 US-$ genannt, das sind etwa 1 US-$ weniger als in der Vorwoche.

Mais: Auch Mais schloss in Chicago nach einem guten Start im Minus. Der der Dezember gab um 2,2 Cent auf 3,50 US-$/bushel nach. Die Matif sackte um 3,25 €/t auf 146,65 €7t ab. In Brasilien wachsen die Sorgen, dass sich die verspätete Sojabohnenaussaat negativ auf die zweite Maisernte auswirken könnte. In weiten Teilen des Landes wird unmittelbar nach der Sojabohnenernte Mais gepflanzt. Das Zeitfenster ist dabei wegen der beginnenden Trockenzeit klein. Sollte sich die Sojaernte wegen der verspäteten Aussaat verzögern, könnte sich das spürbar auf die Maiserträge auswirken. In den Anbaugebieten, in denen Mais für die erste Ernte ausgesät wird, hat sich die Lage nach Regenfällen entspannt.

Euro/US-Dollar: Nach der Verhaftung von zwei führenden Vertretern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung hat sich die Situation in Spanien wieder zugespitzt. Der Euro gibt daraufhin nach und notiert heute Morgen bei 1,1771 US-$. (SB)
stats