Wenig Spielraum

Russland nahe am Exportziel


Rund 14 Mio. t Getreide hat Russland seit Beginn des laufenden Wirtschaftsjahres 2012/13 exportiert. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um knapp 36 Prozent. Das Exportpotenzial sei ausgeschöpft bei 14,8 Mio. t, teilte das Agrarministerium in Moskau laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ria Novosti von heute mit.

In den kommenden drei Monaten bis Beginn der Saison 2013/14 kann Russland demnach noch knapp 0,8 Mio. t Getreide verschiffen, was einer Ausfuhrmenge von weniger als 300.000 t im Monat entsprechen würde.

Mehr als 2 Mio. t aus Interventionsbeständen verkauft

Nach Angaben des Agrarministeriums zeigen politische Eingriffe wie die Verkäufe von Getreide aus Interventionsbeständen dahingehend Wirkung, dass sich die Getreidepreise im Inland abkühlten. Die Preise auf dem russischen Getreidemarkt seien im europäischen Teil des Landes um 3 bis 4 Prozent und im asiatischen Teil um 2 bis 3 Prozent zurückgegangen. Im Rahmen der Interventionsverkäufe seien die Durchschnittspreise für Getreide wöchentlich um 0,3 bis 0,4 Prozent gefallen. Nach Angaben des Agrarministeriums wurden insgesamt 2,4 Mio. t Getreide aus Interventionsbeständen auf den Binnenmarkt verkauft.

Russland hatte im Oktober 2012 mit Interventionsverkäufen für Mahlweizen begonnen. Inzwischen werden nach Informationen des Außenbüros des US-Agrarministeriums in Moskau auch Brotroggen, Futterweizen und Futtergerste angeboten.

Ernteziel liegt bei mindestens 95 Mio. t

Laut offiziellen Prognosen erwartet Russland 2013 eine Getreideernte von 90 bis 92 Mio. t. Der Agrarminister sieht angesichts der in den vergangen Jahren „günstigen agrometeorologischen Verhältnisse“ die Zielmarke allerdings mindestens bei 95 Mio. t Getreide. (pio)
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