Märkte am Morgen: Getreide

Russland plant Exportzölle

Weizen: Russland will in Kürze Ausfuhrzölle für Getreide einführen, um seine Getreide-Exporte einzuschränken. Der russische Premierminister Medwedjew soll Agenturberichten zufolge entsprechende Äußerungen bei einem Regierungstreffen gemacht haben. Wirtschaftskreise hatten zuvor berichtet, dass Russland bereits sämtliche Eisenbahnverladungen von Getreide gestoppt haben soll.
 
Nach Bekanntwerden der neuesten russischen Pläne zogen die Weizenkurse an. In Chicago drehten sie sich aus im roten Bereich ins Plus. Die Matif eröffnete fester und schloss die Sitzung mit Notizgewinnen von bis zu 3,50 €/t für den Mai-Termin ab. Unterstützung für den europäischen Weizen dürfte es mit Sicherheit vor allem durch den  jüngsten Ägypten-Tender gegeben haben, in dem Frankreich mit 240.000 0 t Weizen den Löwenanteil liefern wird.
 
In Chicago verlief die Sitzung ausgesprochen volatil. Weizen wurde in einer Bandbreite von 23 Cent/bushel mit wechselhaften Notierungen gehandelt. Bei Börsenschluss setzen Gewinnmitnahmen ein und die Kurse gaben bis zu 6,4 Cent/bushel nach. Die Fonds spekulierten in Chicago zuletzt auf festere Weizenpreise und haben ihre netto Long-Positionen in der Vorwoche um mehr als 10.000 Kontrakte ausgeweitet.
 
Die Chicagoer Börse ist Agenturberichten zufolge dabei, einen europäischen Weizenkontrakt auszuarbeiten. Damit reagiert Chicago angeblich auf Wünsche der französischen Getreidewirtschaft, die sich aufgrund der Probleme bei der diesjährigen französischen Weizenernte einen spezifizierten Weizenkontrakt wünschen soll. Der Kontrakt könnte bereits im März 2015 aufgelegt werden, berichtet Reuters.
 
Mais: Die Notierungen halten sich in Chicago ziemlich stabil mit stetiger Tendenz. Nach einem leichten Plus konnten sie sich gut behaupten. Unterstützung gab es durch die ansehnlichen wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 790.000 t. Auch Hoffnungen auf künftige US-Importe von gentechnisch veränderten Maissorten nach China  dürften die Stimmung gestützt haben. Das USDA vermeldete einen Maisexport von 166.000 t in eine unbekannte Destination. Spekulationen vermuten China als Käufer.
 
An der Matif setzen die Maiskurse nach schwachen Vortagen zu einer Korrektur an. Der März-Termin legte 3,25 €/t zu. Unterstützung kam auch vom festen Weizen. (St)
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