Getreideernte

Russland plant Intervention

Mittlerweile bewegt sich die offizielle Ernteschätzung in Russland für 2014 in Richtung 104 Mio. t Getreide. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hatte vorige Woche seine Erwartung auf fast 100 Mio. t hochgesetzt. Am Freitag wird der Internationale Getreiderat (IGC) voraussichtlich ebenfalls höher schätzen. Eine russische Ernte um die 100 Mio. t wäre die zweithöchste Menge seit dem Ende der Sowjetunion. Den bisherigen Rekord markiert das Erntejahr 2008 mit 105 Mio. t.

Das Analystenhaus Agritel in Paris berichtet, dass im Moskauer Agrarministerium zur Preisstützung bereits Interventionsankäufe ab September im Gespräch sind, allerdings ohne geplante Mengen zu spezifizieren. Anfang der Woche soll nach Angaben von Agritel Mahlweizen in Russland für umgerechnet gut 140 €/t bewertet worden sein. Das Moskauer Büro des Analystenhauses APK-Inform berichtet, dass im europäischen Teil Russlands die Preise weiter nach unten gehen und damit eine Intervention auslösen könnten.

Die russischen Hoffnungen richten sich in der Saison 2014/15 aber vor allem auf den Export. Russland könnte 27,5 bis 30 Mio. t Getreide am Weltmarkt verkaufen, lautet zurzeit die Schätzung im Moskauer Agrarministerium. Im Vorjahr waren es gut 25 Mio. t gewesen. Nach den bisherigen Berichten sind die russischen Getreideexporte aus der Ernte 2014 sehr rege angelaufen. Vor allem Weizen ist gefragt. Im Juli soll eine monatliche Rekordmenge von 2,8 bis 2,9 Mio. t Weizen verschifft worden sein. Bei den Ausschreibungen in Ägypten ist Russland in diesem Wirtschaftsjahr vorne dabei.

Zu den russischen Weizenqualitäten liegen noch wenig Ergebnisse vor. Die zuständige Föderale Aufsichtsbehörde hat bisher gemeldet, dass Brotweizen geringere Eiweißgehalte als in sonstigen Jahren aufweist. (db)
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