Märkte am Morgen: Getreide

Russland prescht mit Billigangeboten vor


Weizen: Die Weizenkurse auf allen Terminen an der CBoT und an der Euronext in Paris befinden sich am Donnerstag im Sinkflug. Spekulanten setzen auf fallende Kurse. Es kommt zu short selling, ein Indikator, dass Spekulanten auf fallende Kurse setzen. Der Dezember-Weizen an der CBoT endet am Donnerstag schwächer bei 4,40 US-$/bushel. An der Matif bleibt es bei roten Vorzeichen. Der wichtige Dezember-Termin geht am Donnerstag mit 162,50 €/t um 0,75 €/t niedriger aus dem Handel. 

Überraschend hoch fielen in dieser Woche die Verkaufszahlen für US-Weizen in Höhe von 633.600 t aus, fast doppelt so viel wie erwartet, berichtet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA).

Leer ausgegangen ist jedoch US-Weizen beim Tender am Mittwoch aus Ägypten. Die Lieferung für den Tender soll zwischen dem 20 bis 30. September erfolgen. Marktbeobachter sehen eine Riesenernte in Russland. Entsprechend niedrig sind die Gebotspreise und es bekamen 295.000 t russischer Weizen und 60.000 t Weizen aus der Ukraine den Zuschlag von der Getreideagentur Gasc in Kairo. Das niedrigste Gebot aus Russland lag bei 192,29 US-$/t fob.  Zum Vergleich: ADM bot für ebenfalls 55.000 t Weizen 195,00 US-$/t. Französische Exporteure hatten mit Gebotspreisen von 202,90 US-$/t das Nachsehen.

Die fundamentalen Faktoren sind für Weizen "bearish" gestimmt und damit heißt es zunächst Daumen runter bei den Notierungen. "Die Versorgung ist weltweit ausreichend und wir haben einen Käufermarkt", beschreibt ein australischer Analyst die allgemeine Stimmung. An der Warenterminbörse in Paris kommt es zu kleinen Abstrichen. Der November-Termin endet bei 161,25 US-$/t. Es ist davon auszugehen, dass Frankreich mit allen Mitteln wieder zu den Lieferanten in Nordafrika gehören will und die Notierungen den aggressiven Angeboten aus Russland anpassen könnte.

Mais: Die Maisfutures geben ebenfalls nach. Kursrückgänge an den Aktienmärkten in New York aufgrund Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Ausrichtung der Trump-Administration und des Terroranschlags in Spanien wirken sich auch auf die Warenterminbörsen weltweit aus. Im Sog von Weizen gibt an der CBoT der Maisfuture um 2 Cent auf 3,64 US-$/bushel nach. In Paris schließt der November-Mais bei 161,25 (minus 0,50) €/t. (da)
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