Märkte am Morgen: Getreide

Russlands Logistik stößt an Grenzen

Weizen: Der IGC erwartet eine gloable Getreideerzeugung im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/16 von 2,05 Mrd. t. Sie liegt damit nur unwesentlich unter dem Verbrauch von 2,09 Mrd. t. Auf 742 Mio. t schätzt der IGC in seinem Augustbericht die globale Weizenerzeugung im Wirtschaftsjahr 2017/18. Das sind rund 10 Mio. t mehr als vor einem Monat veranschlagt, aber immer noch 12 Mio. t weniger als im Vorjahr. Auch die Londoner beschäftigen sich mit den  Exportchancen der Schwarzmeerländer im laufenden Vermarktungsjahr. Die  Exporte aus der Region könnten 90 Mio. t Weizen überschreiten, schreibt der IGC in seinem Monatsbericht. Damit würden diese Länder rund ein Viertel des weltweiten Handels bestreiten. Doch werden auch Bedenken laut, ob diese ambitionierte Menge logistisch überhaupt zu bewältigen sei. Schon jetzt quellen die Läger über und es fehlt an Fahrzeugen, die Ware an die Häfen zu bringen. Für Russland gibt der IGC eine Weizenproduktion von 80 Mio. t an. Die Weizenerzeugung in der Ukraine hebt der IGC um 2,5 Mio. t auf 26 Mio. t an. Eine Korrektur gibt es für Kanada.

Das russische Agrarberatungsunternehmen SovEcon hob am Donnerstag seine Ernteschätzung für Russland um 1 auf knapp 79 Mio. t Weizen. an. Die Analysten halten allein aus Russland eine Exportmenge von 32,4 Mio. t Weizen  für möglich. Damit würde Russland zur Nummer eins auf dem Exportmarkt in diesem Jahr aufsteigen. Derzeit haben die russischen Farmer rund die Hälfte ihrer Flächen geerntet. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat im August für Russland rund 77,5 Mio. t Weizen geschätzt und den Export auf 31,5 Mio. t taxiert. 2016/17 belief sich der Export auf 27,7 Mio. t. Weizen.

An der Warenterminbörse CBoT in Chicago dominierten Gelegenheitskäufe das Geschehen. Investoren setzen darauf, dass die Kurse niedrig genug gefallen sind, um damit eine erhöhte Nachfrage beispielsweise von  Käufern der verarbeitenden Industrie wie Mischfutter auszulösen. Der Weizen-Futures für September schließt am Donnerstag bei 4,09 US-$/bushel, ein Plus von 5,75 Cent.

In Paris gab es für den wichtigen Dezemberkontrakt eine Nullrunde. Unverändert geht der Termin mit 160,50 €/t aus dem Handel. Ähnlich erging es dem EU-Weizentermin an der CME in Chicago, der ebenfalls bei 151,75 €/t verharrt.

Mais: Der IGC korrigiert im August-Report die Vorhersage für die weltweite Maisproduktion 2017/18 um 3 Mio. t auf 1,017 Mrd. t. Er berücksichtigt damit eine kleinere Ernte in der EU und China.

Auffallend hohe Umsätze gab es am Donnerstag an der CBoT im Maishandel. Der Dezember-Termin verbessert sich um 0,50 auf 3,56 US-$/bushel. Hier gibt es rund 745.000 offene Positionen.

Der Eurokurs steht bei 1,1799 US-$. (da)
stats