Märkte am Morgen: Getreide

Schiffsraum wird teurer

Weizen: Investoren suchen derzeit auf den Agrarmärkten Unterschlupf. Auf Grund der geopolitischen Unsicherheiten - ausgelöst durch die scharfen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Nordkorea - sind die Teilnehmer auf den Aktienmärkten stark verunsichert.

Der Dezember-Weizenkurs an der Matif verabschiedet sich am vergangenen Freitag mit einem leicht rückläufigen Kurs von 164,50 €/t. Auch an der CBoT geht der Dezember-Kontrakt mit 4,49 US-$/bushel schwächer in das Wochenende.

Die schwache Umsatztätigkeit derzeit im Getreidehandel bestätigen Händler, die an der Warenbörse in München am vergangenen Freitag teilnahmen. Dennoch finden Exporte statt. Am Tiefseehafen in Rostock liegt derzeit ein Schiff, das mit rund 44.000 t Weizen Richtung Nigeria auslaufen wird.

Interessante Entwicklungen, die auf eine gewisse Stabilität hindeuten, kommen von den Frachtmärkten. Angesichts einer steigenden Nachfrage nach Schiffsraum erholen sich die Frachtraten. Der Schwarzmeer-Index toppte erstmals am vergangenen Freitag die Marke von 1.500 Punkten, so viel wie seit März 2014 nicht mehr. Viel dazu beigetragen haben nicht zuletzt die umfangreichen Weizenlieferungen nach Ägypten aus den Schwarzmeer-Ländern.

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat ein Panel eingereicht, um eine Klage der USA gegen Importzölle auf Getreide zu prüfen. Kanada, Brasilien und die EU sind dem Fall als interessierte Dritte beigetreten. In Australien dürften die ausgetrockneten Böden die Erträge der Weizenbestände schmälern. Daran dürfte auch das sich formierende Wetterphänomen La Nina nicht viel ändern, denn für die Pflanzen kommt möglicher Regen wenige Wochen vor der Ernte wohl zu spät.

Mais: Mais kann am vorigen Freitag der gedämpften Stimmung in Paris nicht standhalten und gibt auf 154,75 €/t nach. In den USA hinken die Maisexporte etwas hinterher. Dennoch stabilisiert sich der Maiskurs für Dezember bei 3,53 US-$/bushel.

Euro/Dollar: Der Eurokurs Euro ist am vergangenen Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1961 US-$ fest. Der Dollar kostete damit 0,8361 €. (da)
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