Märkte am Morgen: Ölsaaten

Schnee in Kanada

Sojakomplex: September-Sojabohnen in Chicago schließen am gestrigen Mittwoch um 5,50 Cent/bushel niedriger. Etwas weniger stark fallen die Kursrückgänge für die Folgemonate aus. Sojaschrot hat noch mehr Federn lassen müssen und schließt für den September bei 10,90 US-$/t. Reichlich Regen hat zu regionalen Überschwemmungen geführt. Die Ernte könnte später als erwartet beginnen. Der starke Dollarkurs setzt die Rohstoffmärkte unter Druck und gibt Investoren wenig Anreiz, weiter auf Rohstoffe zu setzen.
Sojabohnen an der Börse in Chicago können sogar etwas aufholen und schließen im Plus. Sie bekommen etwas Unterstützung von den Wettermärkten. Die Vorhersagen sprechen weiter von Frost im Nordwesten zum Wochenende.
Dagegen verzeichnen die Notierungen für Sojaschrot diesmal auch im vorderen Bereich ein Fünf-Jahres-Tief. Der Handel ist gering und alle warten mit Spannung auf die neuen USDA-Zahlen, die heute abend vom US-Landwirtschaftsministerium veröffentlicht werden. Gegen 19 Uhr lesen sie erste Analysen unter agrarzeitung.de. Schon jetzt gilt als sicher, dass die Prognosen zur US-Mais-und Sojaproduktion im Wasde-Bericht höher ausfallen werden.

Raps: In Kanada überrascht der frühe Wintereinbruch. Die Schneehöhe erreicht in der westlichen Provinz schon einige Zentimeter. Meteorologen wollen einen leichten El-Nino-Einfluss nicht ausschließen. Dessen ungeachtet, was die Kälte bewirken könnte - von Ernteeinbußen bis Verzögerung - bleibt Canola-Raps an der Börse in Winnipeg im Minusbereich stecken. Zuletzt gibt der Novemberkurs auf 414,70 US-$/t nach. An der Matif setzt Raps seinen Tiefflug unvermindert fort. Der Novemberkurs gibt um 0,75 auf 324,00 €/t nach. 

Rohöl: Nahezu unverändert präsentieren sich die Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Mittwoch 99,08 US-$. Die US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg an der Börse in New York leicht um 3 Cent auf 92,78 US-$/t.
Derzeit spricht wenig für steigende Ölpreise. Vor allem spekulative Anleger setzen laut den Analysten der Commerzbank auf sinkende Preise. Der starke Dollar setzt den Eurokurs mächtig unter Druck. Zudem gibt es in den USA von der Energiebehörde EIA optimistischere Schätzungen für die US-Rohölproduktion. Die Commerzbank ist überzeugt, dass die geopolitischen Angebotsrisiken zu wenig von den Anlegern berücksichtigt würden.
Indessen sind die geplanten EU-Sanktionen gegen Russland weiter verschoben worden. Diese würden ganz zurückgenommen, wenn die zwölf Punkte der Waffenstillstands-Vereinbarung für die Ostukraine zwischen der Ukraine und den Separatisten erfüllt werden. (da)
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