Märkte am Morgen: Ölsaaten

Schwache Bohnen ziehen Raps mit runter

Sojakomplex: Bei Sojabohnen sah es im Sitzungsverlauf zeitweise nach einem Desaster aus. Die Kurse fielen bis zu 48 Cents/Bushel in den Keller, konnten aber zumindest noch etwas gutmachen. Mit einem Minus von 26 Cents/Bushel (9,55 US-$/t) wurde die Mailnotierung aber kräftig gebeutelt. Die Sojaschrotnotierungen verloren ebenfalls 8,50 US-$/t.
 
Mit den Gerüchten und Spekulationen über größeren Stornierungen chinesischer Bohnenkäufe in Brasilien hat die Mai-Bohne in Chicago an nur drei Handelstagen 26 US-$/t verloren. Zur Wochenmitte kam zudem Vermutungen auf, dass China auch weitere Sojabohnenkäufe in den USA gecancelt haben könnte. In der Gerüchteküche warten die Beteiligten bisher allerdings noch immer auf eine offizielle Bestätigung der chinesischen Stornos. Doch wo Rauch ist, soll nach der Regel bekanntlich auch Feuer sein.
 
Die Conab, der brasilianische Pendant zum USDA, hat die Ernteschätzung für die Sojabohnenernte in Brasilien gegenüber den vergangenen Monat um 4,6 Mio. t auf 85,4 Mio. t nach unten korrigiert. Damit sortiert sich die brasilianische Behörde bei den Skeptikern ein. Das Hamburger Analystenhaus Oilworld hielt zuletzt schon eine brasilianische Ernte von nur noch 84 Mio. t für wahrscheinlich. Dagegen hatte das USDA zum Wochenanfang die brasilianische Ernte noch auf 88,5 Mio. t taxiert.
 
Die niedrigere offizielle brasilianische Ernteschätzung könnte dem zuletzt schwachen Sojakomplex einen neuen Impuls geben. Die vorbörslichen Sojanotierungen in Chicago bewegen sich heute Morgen wieder im grünen Bereich.
 
Raps: Dem schwachen Sojakomplex hatte der Raps an der Matif nichts entgegenzusetzen. Der Mai gab 7,25 €/t nach, der Erntetermin notierte 5,25 €/t schwächer. In Winnipeg hielt Canola-Raps dagegen die Fahne im Ölsaatenbereich hoch und notierte für alle Termine ein leichtes Plus.
 
Rohöl: Gestiegene Rohölbestände in den USA ließen die WTI-Notierungen gut 2 US-$/Barrel fallen. Die wöchentlichen Rohölbestände in den USA sind mit 6,18 Mio. Barrel stärker als erwartet angestiegen. Die Commerzbank führt den Zuwachs allerdings auch auf Wartungsarbeiten von US-Raffinerien zurück, die in dieser Phase weniger Rohöl verarbeiten. Brent-Crudeöl schloss in dem schwachen Umfeld 0,53 US-$/Bushel schwächer. (St)
stats