Märkte am Morgen: Getreide

Schwache Stimmung hält an

Weizen: Währungseinflüsse und gedrückte Vorgaben aus Chicago lassen den Matif-Weizen erneut mit roten Vorzeichen schließen. Der Mai und der September gaben 1,25 €/t nach. Die Kurse von Mai bis einschließlich Dezember bewegten sich auf einem  Einheitsniveau von 165,75 €/t und markierten auf allen Termin neue Kontrakt-Tiefs. Liquidationen und ein fester Euro, der gegen den Dollar heute Morgen mit 1,086 US-Dollar notiert, belasteten. Am Hamburger Markt wurden die Prämien auf der Briefseite für Weizen Basis 12 % Protein zwar auf 4,50 €/t angehoben, die Käufer wollten aber nur ein Aufgeld 3,50 €/t auf die Matif-Mainotierung anlegen.
 
Die europäischen Weizenbestände, aber auch die Wintergerstenbestände, sind sehr gut aus dem Winter gekommen. Der europäische Prognosedienst Mars erwartet für dieses Jahr in der EU überdurchschnittliche Weizenerträge von etwas über 6 t/ha. Sie würden 3 % über dem fünfjährigen Durchschnitt liegen.
 
In Chicago setzte sich der Abwärtstrend beim Weizen mit einem Minus von bis zu 4,6 Cent/bushel ebenfalls fort. Der Mai schloss mit 4,21 US-$/bushel. In den südlichen und  zentralen US-Plains hat es geregnet und in den kommenden zehn Tagen lassen sich noch reichliche Niederschläge erwarten. Die HRW-Notierungen in Kansas gaben sogar fast 2 % nach. Die Analysten gehen zudem davon aus, dass das USDA in seinem Quartals-Report am Freitag die US-Weizenbestände mit 44,3 Mio. t höher als im Vorjahr ausweisen wird.  
 
In Russland gaben die Weizenpreise nach Informationen der Beratungsorganisation Ikar in der Vorwoche 2 US-$/t auf 189 US-$/t fob nach. SovEcon sieht die Weizenpreise dagegen mit 192 US-$/t noch unverändert. In diesem Wirtschaftsjahr hat Russland bis 22. März 20,6 Mio. t Weizen exportiert, 1,8 % weniger als im Vorjahr.  
 
Mais: In Chicago bewegte sich Mais nur wenig und schloss neutral. Die beiden vorderen Termine notierten knapp und die neue Ernte gut behauptet. Der im internationalen Währungskorb schwächere US-Dollarkurs, kleinere Schnäppchenkäufe, die Aussicht auf eine rückläufige US-Maisfläche und die ansehnlichen wöchentlichen US-Exportanmeldungen von knapp 1,6 Mio. t Mais stützen. Die Fonds haben in der vergangenen Berichtswoche auf fallende Preise gewettet und ihre Shortpositionen auf den höchsten Stand seit Monaten ausgeweitet.
 
Einer Reuters Umfrage zufolge werden die amerikanischen Farmer in diesem Jahr mit knapp 91 Mio. acres rund 3 Mio. etwas weniger Mais als im Vorjahr anbauen. Die US- Maisbestände zum Stichtag 1. März könnten nach Einschätzung Analysten auf 217 Mio. t anwachsen.
 
An der Matif verlor der Juni-Termin 0,75 €/t und schloss mit 171,25 €/t. (St) 
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