Märkte am Morgen: Getreide

Schwache Vorgaben aus Chicago

Weizen: Schwache Vorgaben der Chicagoer Börse, ein festerer Eurokurs und etwas bessere Bedingungen für die europäische Weizenernte nach den jüngsten Regenfällen drückten den Markt-Weizen erneut nach unten. Der Frontmonat September verlor 2 €/t und fiel auf 167,50 €/t. Der Dezember gab ebenfalls nach und schloss mit 171,25 €/t. Der Euro zeigt sich vergleichsweise stark und notiert auch heute Morgen knapp unter 1,10 US-Dollar.
 
Am Hamburger Markt haben sich die Prämien trotz rückläufiger Börsenkurse abgeschwächt. Für alterntigen Weizen Basis 12 % Protein wollten die Käufer nur noch den Preis der Dezembernotierung an der Matif anlegen, die Verkaufsideen lagen 1 €/t darüber. In Polen sucht der Getreidehandel Weizen, Gerste und Mais aus benachbarten EU-Ländern um die inländische Nachfrage zu bedienen. Die umfangreichen Exporte  haben das polnische Weizenangebot anscheinend erheblich ausgedünnt.
 
In Chicago stand Weizen unter charttechnischem Verkaufsdruck und gab für den Juli fast 10 Cent/bushel auf 4,23 US-$/bushel nach. Auch Verkäufe im Vorfeld der US- Winterweizenernte belasteten. Der Juli konnte sich aber oberhalb seiner Stützungslinie von 4,20 US-$/bushel halten.
 
Nachbörslich veröffentlichte das USDA seine wöchentliche Bewertung der Feldbestände. Der Zustand des US-Winterweizens hat sich gegenüber der Vorwoche um 2 % verschlechtert, aber 51 % werden noch als gut bis exzellent ausgewiesen. Im wichtigsten HRW-Erzeugungsgebiet Kansas wurde die Bonitierung der guten Bestände sogar leicht angehoben. Die US-Sommerweizenaussaat ist vorangekommen und liegt mit 78  % inzwischen über dem langjährigen Mittel.
 
Mais: Kurzfristige Wetterbesserung im Mittleren Westen und Verkäufe der Fonds drückten auf die Chicagoer Mais-Futures. Die Kurse gaben bis zu 4 Cent/bushel nach, der Juli schloss mit 3,67 US-$/bushel. Selbst die ansehnlichen wöchentlichen Exportverladungen von 1,4 Mio. t Mais konnten die schwache Stimmung nicht heben, obwohl der Stand der US-Maisexporte inzwischen 54 % über dem Vorjahreswert liegt. Die US-Maisaussaat ist weiter vorangekommen als gedacht. Am Wochenanfang war die Maisaussaat zu 71 % abgeschlossen und liegt nun sogar einen Punkt über dem langjährigen Mittel.
 
Die europäischen Maiskurse verloren mit schwachen Weizen. Der Juni gab 1,50 €/t auf 172,25 €/t nach. (St) 
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