Märkte am Morgen: Getreide

Schwache Vorgaben aus Übersee

Weizen: Der globale Weizenmarkt tanzt zurzeit nach der Pfeife Chicagos. Dort gaben die Kurse bis zu 9,6 Cent/bushel und damit erneut deutlicher nach. Nachwehen des USDA-Reports bestimmte das Börsengeschehen. Der US-Markt war noch dabei, die gegen alle Erwartungen höhere Schätzung für die diesjährige US-Weizenernte zu verdauen. Zusätzlicher Druck kam von einem etwas festeren Tageskurs des Dollars.
 
An der Matif setzen die Chicagoer Vorgaben die Kurse unter Druck. Der Dezember verlor 3,50 €/t und schloss mit 182 €/t. Der September fiel sogar zeitweise unter 180 €/t. Die lebhaften Weizenexporte der EU halten auch zu Ende der Saison an. In der EU wurden neue Exportlizenzen für Weichweizen von 478.000 t gezogen. Dadurch haben die Weichweizenexporte erstmals die 30 Mio. t-Grenze gesprengt. Kombiniert mit den Lizenzziehungen für die Mehl- und Durumausfuhren liegen die europäischen  Weizenexporte sogar bei knapp 32,4 Mio. t.
 
Ägypten kauft 60.000 t in Russland. Der Irak will nach Aussagen von offiziellen Kreisen im Jahr 2017 erstmals Getreide exportieren. Wie, dass ließen die  Offiziellen allerdings offen.
 
Mais: Der Maismarkt litt unter den höheren Endbeständendes USDA-Reports. Die Kurse gaben in Chicago allerdings nur überschaubar nach. Ein etwas größerer Ethanol-Ausstoß der US-Raffinerien bremste den Kursverfall.
 
Die Conab, der brasilianische Pendant des USDA, hat die Ernteschätzung für die zweite Maisernte, die so genannte Safrinha-Ernte auf 49,4 Mio. t angehoben. In der Summe bleibt die brasilianische Maisernte nach der Conab-Schätzung mit 80,2 Mio. t aber unter den 81 Mio. t des USDA.  
 
An der Matif schließt Mais zwar schwächer, die Notizverluste halten sich im vorderen Bereich mit einem  Minus von 1 €/t für den August in Grenzen. Die Lizenzziehungen für EU-Maisimporte lagen mit 85.000 t in dieser Woche deutlich unter den Zahlen der vorangegangenen Wochen und Monate. (St)
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