Märkte am Morgen: Getreide

Schwacher Dollar hilft wenig

Weizen: Die Tendenz bleibt vorerst schwach. Auch der festere Euro, der gegen den Dollar auf 1,12 US-$ anzog, brachte den europäischen Weizen-Futures keine entscheidende Hilfestellung. Alle Termine gaben etwas nach. Der März fiel im Tief auf 158 €/t ab. Am Hamburger Markt bewegten sich die Weizenkurse zwischen 2,0 €/t auf der Briefseite und 3,5 €/t auf der Geldseite unter der Matif Notierung für März. In Polen wird Weizen zu den Seehäfen mit umgerechnet 153 €/t billiger als deutscher Weizen gehandelt.
 
Die lebhaften Weizenexporte aus der EU können keine anregenden Impulse vermitteln. Sie bremsen die schwache Tendenz allenfalls etwas ab. Auch der neue Algerien-Tender von 840.000 t Weizen, der zum weitaus größten Teil in Frankreich gefüllt werden dürfte,  hob die Stimmung nicht an. Dabei laufen die Weizenexporte aus der EU auf Hochtouren.  In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 786.000 t Weichweizen gezogen. Sie haben sich in dieser Kampagne auf 15,6 Mio. t summiert und liegen nur noch 6,5 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres.
 
In den USA fielen die wöchentlichen Exportzahlen von 66.000 t für die alte Kampagne ausgesprochen mickrig aus. Die Weizennotierungen in Chicago gaben bis zu 7,2 Cent/bushel nach. Der März notierte mit 4,73 US-$/bushel. Auch in Chicago werden positive Argumente wie der schwächere US-Dollarkurs oder eine Schätzung der kanadischen Weizenbestände, die deutlich unter den Erwartungen lag, völlig ignoriert.
 
Statistics Kanada weist zum Stichtag 31. Dezember 2015 die kanadischen  Weizenbestände mit 20,7 Mio. t aus. Sie liegen 4,9 Mio. t oder 19 Prozent unter dem Vorjahreswert und sind auf dem tiefsten Stand seit acht Jahren gefallen.
 
Mais: In dem schwachen Umfeld gaben die Maiskurse in Chicago etwas nach. Die Kurse fielen für März aber nur leicht auf 3,68 US-$/bushel ab. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von mehr als 1,1 Mio. t lagen deutlich über den Erwartungen des Marktes und verhinderten größere Notizverluste.    
 
Mais/Gerste: An der Matif verlor Mais bis zu 1,00 €/t. Der März fiel auf 152,50 €/t. Die Maiseinfuhren in die EU halten ihr hohes Niveau. In dieser Woche wurden neue Importlizenzen von 346.000 t gezogen. In der Summe liegen die Lizenznahmen für den Maisimport bei 8,7 Mio. t und 3,5 Mio. t höher als im Vorjahreszeitraum.
Auf der Exportseite laufen die Gerstenausfuhren aus der EU stetig und summieren sich  im Laufe Kampagne auf knapp 6,3 Mio. t. Dieser Woche wurden neue Exportlizenzen für 212.000 t Gerste vergeben.
 
Für Brasilien hat die Conab, die Agrarbehörde des Landes, ihre Schätzung für die diesjährige Maisernte um 1 Mio. t auf 83,3 Mio. t nach oben korrigiert. Die USDA-Zahlen vom Januar liegen 1,8 Mio. t niedriger. Für Südafrika rechnet das USDA-Büro vor Ort mit einer Maisernte von 8 Mio. t und erwartet eine etwas bessere Maisernte als die offizielle Schätzung Südafrikas. (St)
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