Märkte am Mittag

Schwacher Dollar sorgt für Druck

Der Devisenmarkt hat sich kurzfristig zum wichtigsten Einflussfaktor auf die Agrarmärkte entwickelt. Der US-Dollar notiert gegenüber den Währungskorb deutlich schwächer und der Euro legt zu. Zeitweise stieg der Eurokurs am heutigen Tag bis auf 1,12 US-Dollar.
Markttendenz:
Währungseinflüsse lassen kurzfristig weiteren Druck auf die Rapspreise erwarten. Auch für Weizen zeichnet sich noch keine freundlichere Tendenz ab.  Sojaschrot tendiert bei einem rückläufigen US-Dollarkurs schwächer.
Hintergrund sind schwache Konjunkturdaten aus den USA und Spekulationen, dass die US-Zentralbank FED bei weiteren Zinserhöhungen auf die Bremse treten könnte. Der Markt geht allerdings davon aus, dass es im März noch zu einer Zinserhöhung in den USA kommen wird, die allerdings bereits eingepreist sein dürfte.
 
An den Getreidemärkten schlägt sich der feste Dollar vor allem in schwierigeren Exportmöglichkeiten aus der EU nieder, denn im internationalen Weizengeschäft wird in US-$ abgerechnet. Sollte der Euro gegen Dollar weiter zulegen, verliert der europäische Weizen an Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich. Am exportorientierten Hamburger Markt haben sich die Prämien auf die Matifnotierungen zur Wochenmitte wieder  abgeschwächt und lagen am Vortag bei 3,00 €/t unter Matif-März für Weizen Basis 12 Prozent Protein.
 
An der Matif blieb der Druck auf die Weizen-Notierungen heute zwar überschaubar, doch die Tendenz ist weiterhin abwärts gerichtet. Im Mittagshandel notierten die beiden alterntigen Termine in Paris 0,75 €/t schwächer als am Vortag und der März mit 158,50 €/t.
 
Am stärksten scheint sich der schwache US-Dollarkurs auf den Rapsmarkt niederzuschlagen. Im Mittagshandel gab der Maitermin an der Matif erneut nach und fiel auf im Tief auf 360 €/t. Seit Mittwoch hat der Mai in Paris damit rund 7,50 €/t verloren. Die schwächeren Rapspreise am Terminmarkt schlagen sich 1:1 auf den Kassamarkt nieder, denn die Prämien auf die Matif-Kurse bewegen sich kaum.
 
Gegenteilige Auswirkungen zeichnen sich dagegen für Sojaschrot ab, wo die europäischen Preise von einem niedrigen Dollar profitieren. Der schwächeren Dollar in Verbindung mit den niedrigeren Sojaschrotnotierungen an der Chicagoer Börse vom Vortag hat die Sojaschrotpreise auf vielen Paritäten heute bis zu 10 €/t verbilligt. (St)
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