Märkte am Morgen: Getreide

Schwacher Euro hilft Weizenkurs

Weizen: Der sehr feste Dollarkurs unterstützt die Weizennotierungen an der Matif. Der März legte 3,25 €/t zu und hat sich von seinen Wochentief 6,00 €/t hochgearbeitet. Auch die übrigen Termine notierten fester. Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 11 Jahren gefallen und die schwache europäische Währung unterstützt den europäischen Exportmarkt. Es gibt bereits erste Befürchtungen, dass zum Ende der Kampagne die für den Export benötigten Weizenqualitäten in Europa knapper werden könnten.
 
Strategie Grains geht von einer deutlich kleineren Weizenernte in diesem Jahr aus. Die französischen Analysten taxieren die Weichweizenernte für die EU auf 140,4 Mio. t und erwarten einen Rückgang von 7,9 Mio. t gegenüber der 2014-er Ernte. Frankreich erwartet nach Einschätzung des Getreideamtes AgriMer trotz der relativ zügigen Exporte zum Ende der Saison einen Weizenbestand von 4,3 Mio. t, den höchsten Wert seit zehn Jahren.
 
In den USA leidet der Weizen unter der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit. Die Chicagoer Börse schloss zum achten Mal hintereinander mit roten Vorzeichen. Allerdings konnten sich die Weizennotierungen am Vortag bis kurz vor Börsenschluss im grünen Bereich bewegen. Heute findet in Chicago keine Notierung statt, denn in den USA ist Martin Luther King-Day und Feiertag.
 
In Russland haben die Exportbeschränkungen erste Auswirkungen auf die Weizenpreise gezeigt. Die die Preise für den Standardweizen sind leicht gesunken, für proteinreichen Weizen dagegen gestiegen. Die Analysten von SovEcon gehen davon aus, dass sich die russischen Getreideexporte in diesem Monat gegenüber Dezember auf 1,5 Mio. t halbieren werden.
 
Ägypten könnte kurzfristig seine Bücher für Weizenexporte schließen. Das ägyptische Versorgungsministerium geht davon aus, dass es genügend Weizen bis Mai für seine subventionierten Verkaufsprogramme in den staatlichen Lägern hat.
 
Mais/Gerste: Die Maisnotierungen in Chicago konnten sich nach schwachen Vortagen etwas erholen. Festere fob-Preise aufgrund neuer Exportnachfrage sowie Käufe der Veredlungsbetriebe in den USA sorgten für Notizgewinne von 7 Cent/bushel. Verstärkt wurde die festere Tagestendenz durch Shortabdeckungen vor dem langen Feiertags-Wochenende.
 
Auf Sicht könnten die Probleme des US-Ethanolsektors für neuen Druck auf die Preise sorgen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Fabriken durch den Verfall der Rohölpreise nur mit einer Auslastung von 80 Prozent arbeiten.
 
An der Matif konnte sich Mais mit festerem Weizen und positiven Vorgaben von Chicago weiter erholen. Der März legte 1,25 €/t zu und schloss bei 159,50 €/t.  (St) 
stats