Märkte am Mittag

Schweinemarkt bleibt gedrückt

Mit 1,28 €/kg Schlachtgewicht (SG) stieg der „Vereinigungspreis“ zu Jahresbeginn um 3 Cent. Eine echte Wende auf dem Schweinemarkt sei das aber noch nicht, erklärte der Marktexperte der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) Matthias Quaing beim „ISN-Klönabend“ in Damme. Die Marktlage wird im 1. Halbjahr schlecht bleiben, befürchtet auch ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Von der im Januar erneut geöffneten Privaten Lagerhaltung erhofft sich selbst die Schlachtbranche nur geringe Impulse. Bedenken müsse man, dass nicht alle Teile eingelagert werden können, meinte der Geschäftsführer von Danish Crown Deutschland, Steen Sönnichsen. Möglicherweise seien die 1,25 €/kg SG die Unterkante und in den kommenden Monaten sei eine Erholung auf 1,40 €/kg SG möglich, spekulierte der Däne.

Deutlich höhere Preisen seien auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, sind sich Marktbeobachter einig. Die gesteigerte Produktion in vielen EU-Staaten habe den Wettbewerb im Exportgeschäft verschärft. Gleichzeitig sinke der Schweinefleischverbrauch in Deutschland kontinuierlich. Von 2011 bis 2015 betrug das Minus 2,6 kg pro Kopf, das entspricht umgerechnet 2,2 Millionen Schlachtschweinen. Die ISN befürchtet, dass sich die Marktkrise zu einer Strukturkrise ausweiten könnte. Die Lage erinnere an das Wirtschaftsjahr 2007/08, als 10 Prozent der Sauenhalter die Produktion aufgaben, meinte Quaing.

Gedrückt bleibt auch die Stimmung an den Getreidemärkten. Weizen kann an der Matif heute zwar bis zum frühen Nachmittag um 1,25 auf 170,75 €/t zulegen. Insgesamt steht die erste Handelswoche des Jahres aber unter roten Vorzeichen. Mais wird mit 159,25 €/t bewertet und Raps steht unverändert bei 368,25 €/t. Der Rohölmarkt zeigt nach den Verlusten der vergangenen Tage eine leichte Gegenreaktion. Brent gewinnt um 0,14 auf 34,35 US-$/bbl. (SB)
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