Märkte am Morgen

Sehr volatiler Sojakomplex gibt deutlich nach

Weizen: An den Weizenmärkten sind derzeit keine Anregungen erkennbar. Der Markt schwächelt vor sich hin. An der Matif konnten sich die Notierungen zumindest behaupten. In Chicago gab es überschaubare Notizverluste, doch der Abwärtstrend der Weizenfutures setzt sich fort. Trotz bemerkenswerten wöchentlichen US-Exportzahlen von 756.000 t war der Blick der Chicagoer Händler von Niederschlägen im südlichen US-Weizengürtel getrübt. Dort hat es kräftig geschneit, doch für eine nachhaltige Verbesserung der Bodenfeuchtigkeit sind noch mehr Niederschläge nötig, so Einschätzungen vor Ort.
 
Mais: Trotz verstärkter Positionsauflösungen und einem äußerst schwachen Sojakomplex hielten sich die Chicagoer Maisnotierungen einigermaßen. Die Notizverluste waren nur minimal. Die Maisfutures gelten als überverkauft und bieten damit Potenzial für kleinere technische Kursgewinne. Die Stimmung war nach der US-Outlook-Konferenz und der Aussicht auf eine gewaltige US-Maisernte gedrückt. Die wöchentlichen US-Exportzahlen fielen mit 382.000 t zwar etwas besser als im Schnitt der Vorwochen aus, bleiben aber deutlich hinter den Exportzielen zurück.
An der Matif sorgte Mais mit kleinen Kursgewinnen für etwas Abwechslung gegenüber den Vortagen.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex beendete eine sehr volatile Sitzung und ein ziemliches Durcheinander mit deutlichen Verlusten von 10 US-$/t für die Bohne. Für Schrot fiel der Einbruch sogar noch etwas stärker aus. Im Tagesverlauf wurde die Bohne in einer Bandbreite von 21 US-$/t gehandelt. Zum Sitzungsende setzen Gewinnmitnahmen ein.
Zuvor hatten widersprüchliche Exportzahlen und unterschiedliche Einschätzungen für Turbulenzen gesorgt. Zunächst hieß es, dass China aufgrund der Lieferprobleme Brasiliens kurzfristig mehr Bohnen in den USA kaufen müsse. Meldungen von chinesischen Sojabohnenkäufen über 410.000 t gaben den Kursen zunächst kräftig Auftrieb, bevor enttäuschende wöchentliche US-Exportzahlen für die Kehrtwende sorgen. Das USDA wies die wöchentlichen Exportzahlen nach stornierten Kaufaufträgen mit minus 57.500 t und negativem Vorzeichen aus. Es wird vermutet, dass die Stornos auf das Konto Chinas gehen.  
 
Im brasilianischen Verladehafen Santos haben die Hafenarbeiter mit einen Streik begonnen. Dies verschärft die massiven Verladeprobleme in Brasilien noch zusätzlich. Allein in Santos sollen 59 Schiffe auf ihre Abfertigung warten. Die Massenansammlung der Schiffe von brasilianischen Häfen vergrößert sich zusehends. Laut Bloomberg sollen bereits 192 Schiffe vor den Häfen Brasiliens ankern und auf ihre Fracht warten.
 
Raps: Die Rapskurse profitierten in Paris lange von dem festen Sojakomplex. Sie zuckten aber schon, als die Bohnen etwas nachgaben. Der Mai schloss 1,75 €/t niedriger als am Vortag, die neue Ernte konnte sich behaupten. Ein heftiger Schwächeanfall blieb dem Raps allerdings erspart, denn als die Bohnen in den Keller rauschten, hatte die Matif ihre Tore bereits geschlossen. In Winnipeg traf es den Canola-Raps dagegen ziemlich hart und die Kurse gaben mit schwachem Soja im zweistelligen Bereich nach.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zeigten leichte Erholungstendenzen nach den schwachen Vortagen. Die kleineren  Kursgewinne resultierten aus der Gegenreaktion auf die schwachen Vortage. Auch Konjunkturhoffnungen nach dem gestiegenen IFO-Index für Deutschland sollen die Stimmung etwas aufgehellt haben. Heute wird Rohöl seine Impulse wahrscheinlich erst aus dem Wahlausgang in Italien beziehen. (St)
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