Märkte am Morgen: Getreide

Short-Rally setzt sich fort

Weizen: Die Matif nahm die erneute Steilvorlage Chicagos auf und notierte deutlichere Notizgewinne. Der September legte 5,50 €/t zu, der September schob sich nach ähnlichen Kursgewinnen auf 182 €/t hoch. Die Fundamentaldaten für die europäischen Weizen bleiben die gleichen, doch die Shortisten-Rally in Chicago bringt zumindest kurzfristige Impulse und beendet den Abwärtstrend der Vorwochen.
 
In Chicago schießen die Weizennotierungen nach weiteren Shortabdeckungen zeitweise bis zu 19 Cents/Bushel in die Höhe. Bei Börsenschluss stehen aber nur noch Kursgewinne von um die 11 Cents/Bushel an der Tafel. Die Rally könnte bereits an Tempo verloren haben, denn heute Morgen sind die Notierungen an der elektronischen Börse in Chicago nur noch knapp behauptet. In welchem Umfang die Fonds ihre Short-Position abgebaut haben, wird sich erst aus dem nächsten Börsen-Report herauslesen lassen. Vor einer Woche hatten die Fonds in Chicago noch historisch große netto-Shortpositionen von 105.000 Kontrakten in den Büchern.
 
Ausgelöst wurden die nervösen Positionsbereinigungen der Fonds unter anderem durch  exzessive Regenfälle in Texas, Oklahoma und im südlichen Kansas. Die wöchentliche Bonitierung der US-Weizenbestände weist für Kansas keine Besserung auf: nur 27 Prozent stehen gut bis sehr gut. Im Schnitt der US-Winterweizenbestände hat sich die wöchentliche Bonitierung allerdings um 1 Prozent auf 47 Prozent in den Kategorien gut bis exzellent verbessert.
 
Mais: Der Chicagoer Mais profitierten vom festen Weizen und von der Gefahr von Frostschäden in Nord Dakota und Süd Dakota nach einem kurzfristigen Kälteeinbruch. In Süddakota ist der Mais bereits zu 46 Prozent aufgelaufen. Die US-Maisaussaat war am Wochenanfang zu 85 Prozent in den Büchern und kam etwas besser voran, als erwartet. 56 Prozent der Maisbestände sind bereits aufgelaufen.
 
Die festeren Weizenkurse gaben auch der Matif etwas Auftrieb. Der Juni schloss 0,75 €/t fester und hielt das Niveau von 155 €/t. Die Aktivitäten waren mit mehr 8.000  Kontrakten für die Mais-Futures ungewöhnlich lebhaft. Möglicherweise steht der rege Vortagshandel in Zusammenhang mit Options-Auflösungen für den in rund zwei Wochen auslaufenden Frontmonat Juni. (St)
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