Märkte am Morgen: Getreide

Shortabdeckungen halten Chicago im Plus


Weizen: Nach dem festen Vortag ruderten die Weizennotierungen an der Matif etwas zurück und schließen mit einem Minus von 0,25 €/t für die alte Ernte. Ein stabilerer Euro und verstärkte Konkurrenz durch russischen Weizen am Exportmarkt drückten auf die Stimmung.
 
Russland hatte sich schon in der Vorwoche beim Ägypten-Tender zurückgemeldet. Rückläufige Weizenpreise im Inland und ein schwachen Rubel machen den russischen Weizen wieder konkurrenzfähiger. Bis Ende Januar hat Russland 13 Mio. t Weizen exportiert. Sollte das USDA die russischen Exportmöglichkeiten richtig einschätzen, lassen sich demnächst auf 3,5 Mio. t Weizen aus Russland am internationalen Markt erwarten.
 
US-Bestände sehen schwach aus
 
In Chicago standen die Weizenpreise im Zeichen von Short-Abdeckungen. Die offenen Positionen haben sich entsprechend abgebaut. Der Hard-Red-Winterweizen präsentiert sich nicht nur in seinem Kernland Kansas in einem geschwächten Zustand, sondern auch in Texas und Oklahoma sieht er kümmerlich aus. Auch kaum nachvollziehbare Spekulationen über die Gefahr von Auswinterungsschäden in der Ukraine machten in Chicago die Runde und sorgten für etwas festere Weizenpreise.
 
Mais: Die Nachrichtenlage bleibt dünn. In Chicago konnte sich der Frontmonat mit einem leichten Plus behaupten, die übrigen Termine notierten geringfügig schwächer. Charttechnisch schloss der Frontmonat allerdings erstmals seit Juni oberhalb des gleitenden 100-Tages-Durchschnitts. Dies könnte die Kurse weiter stützen. Die höhere Maispreise haben aber auch die amerikanischen Farmer zu Verkäufen animiert. Dadurch hat sich die zuletzt enge Versorgungssituation am US-Kassamarkt etwas entspannt.
 
In Argentinien zeichnet sich nach den satellitengestützten Auswertungen von Lanworth eine Maisernte von 24,7 Mio. t ab. Damit liegt die Schätzung nur leicht unter der USDA-Zahl von 25 Mio. t. Informa erwartet in Südamerika eine knapp 5,9 Mio. t  kleinere Maisernte als im Vorjahr.  
 
An der Matif hielt sich Mais im grünen Bereich. Der März schloss nach einem leichten Kursgewinn bei 174,25 €/t. (St)
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