Märkte am Morgen: Getreide

Shorts heizen Weizen weiter ein

Weizen: Ein schwächerer US-Dollarkurs und Bedenken über die Weizenqualitäten in den südlichen Plains animierten die Fonds in Chicago zu weiteren Shortabdeckungen. Die Weizenkurse stiegen erneut deutlich an. Der Frontmonat schloss 18,6 Cents/Bushel fester und legte in den ersten beiden Wochentagen 13 US-$/t zu. Auslöser dürfte die etwas schwächere Crop Bonitierung für den US-Winterweizen gewesen sein. Die deutlichste Rückstufung gab es für Texas, wo die Bonitierung in den Klassen gut bis exzellent um 5 Prozent zurückgenommen wurde. Texas war am stärksten von der exzessive Nässe und Überschwemmungen betroffen.
 
Die Fonds-Gesellschaften halten weiterhin sehr große netto Shortpositionen bei den Chicagoer Weizenfutures. Je nach Wetter- und Nachrichtenlage lassen sich künftig noch weitere Rallys erwarten. Fundamental dürfen die Notizgewinne kaum nachhaltig sein, zumal der US-Sommerweizen zu mehr als 70 Prozent gut bis exzellent steht.
 
An der Matif brachte die Chicagoer Rally den Weizen etwas nach oben. Der Dezember legte 1,50 €/t zu und schloss knapp unter 184 €/t. Die europäischen Märkte scheinen inzwischen aber ebenfalls sensibler für Wettermärkte zu werden, denn in Teilen Westeuropas sind die Bedingungen für den Winterweizen nach fehlenden Niederschlägen nicht mehr so optimal, wie noch vor einigen Wochen. Tunesien erwartet inzwischen eine deutlich kleinere Weizenernte als im Vorjahr und rechnet nach Aussagen des Agrarministeriums einen Importbedarf von 2,3 Mio. t Weizen.
 
Russland könnte Schätzungen aus russischen Handelskreisen zufolge in der neuen Kampagne mit 21,5 Mio. t einen neuen Rekord beim Weizenexport aufstellen, berichten Agenturen. Im laufenden Wirtschaftsjahr hat Russland bisher 20,5 Mio. t Weizen exportiert.
 
Mais: Feste Weizen- und Sojanotierungen in Verbindung mit einem schwächeren US-Dollarkurs bescherten dem Chicagoer Mais Notizgewinne von um die 7 Cents/Bushel. Spekulationen machten die Runde, dass sich die letzten 5 Prozent der geplanten US-Maisfläche nach den jüngsten Regenfällen möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang realisieren lassen könnten.  
 
In Paris profitiert der Juni von technischen Notizgewinnen mit einem Plus von 1 €/t. Die übrigen Notierungen geben etwas nach. Die Mais-Futures konnten dem festeren Weizen nicht folgen. (St)
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