Frankreich

So viel Weizen wie nie

Weizen hat in ganz Frankreich ausgezeichnete Ergebnisse gebracht.
-- , Foto: Ingo Scharwächter/pixelio.de
Weizen hat in ganz Frankreich ausgezeichnete Ergebnisse gebracht.

Bis Mitte der Woche war der Weizendrusch in Frankreich fast überall abgeschlossen. Mit 40,4 Mio. t meldet das Agraramt France AgriMer in Paris einen Produktionsrekord. Er ergibt sich aus einer ausgedehnten Anbaufläche und überdurchschnittlichen Erträgen. Das nationale Mittel schätzt das Amt auf 7,8 t/ha und damit noch höher als das Statistikamt Agreste, das zu Wochenbeginn für Weichweizen 2015 ein voraussichtliches Ergebnis von 7,6 t/ha gemeldet hatte. Zur Begründung dieser hohen Ernte nennt France AgriMer, dass in ganz Frankreich während der Vegetationssaison ideale Bedingungen für Weizen vorhanden waren. Im Pariser Becken sind sogar Erträge von mehr als 10 t/ha gedroschen worden.
 

Hohe Erträge verdünnen Protein

Die Eiweißwerte liegen im Allgemeinen zwischen 10,5 und 11,5 Prozent. Sie sind damit nicht viel höher als zur Ernte 2014. Hier sind die Gründe laut France AgriMer, dass in den trockenen Perioden nicht alle Stickstoffdüngung verwertbar war. Außerdem haben die hohen Erträge den Proteingehalt verdünnt. Anders als vor einem Jahr sind jedoch nach den Analysen von France AgriMer Fallzahlen und Hektolitergewichte 2015 sehr hoch. Damit dürfte sich der französische Weizen in seinen traditionellen Absatzmärkten problemlos unterbringen lassen.

Nudelweizen mit wenig Flecken

Die Hartweizenernte hat ein ordentliches Ergebnis gebracht. France AgriMer nennt eine Erntemenge von rund 1,8 Mio. t. Der Anstieg gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis beträgt 21 Prozent. Im mehrjährigen Vergleich ist die aktuelle Ernte jedoch unterdurchschnittlich. Die Proteingehalte beziffert das Agraramt auf 13,5 und 14,5 Prozent. Auch sonst stimmen die Qualitäten mit hohem Hektolitergewicht und wenig Flecken auf den Körnern.

Braueigenschaften stimmen meistens

Für Wintergerste schätzt France AgriMer 2015 einen Durchschnittsertrag von 7,4 t/ha bei guten Qualitäten und eine Erntemenge von 9,6 Mio. t. Das Agrarstatistikamt Agreste hatte zu Wochenbeginn 9,4 Mio. t geschätzt. Für Winterbraugerste berichtet France AgriMer von passenden Braueigenschaften. Dagegen hat Sommergerste in der Kornfüllungsphase unter der Hitze und Trockenheit gelitten. Hier gibt es nach Angaben von France AgriMer Partien mit schwachen Erträgen, aber zu hohen Eiweißgehalten. Im Allgemeinen sollen die Kalibrierungen der Braugerstensorten aber den Anforderungen entsprechen. Die gesamte Sommergerstenproduktion schätzt das Agraramt auf 2,9 Mio. t – im Vergleich zu 3,2 Mio. t im vergangenen Jahr.

Trockenheit bekommt den Erbsen

Für Raps schätzt France AgriMer einen nationalen Durchschnittsertrag von 3,4 t/ha und eine Ernte von knapp 5,1 Mio. t. Dieses Ergebnis läge unter der außergewöhnlichen Kampagne 2014 (5,5 Mio. t), aber über dem Fünfjahresdurchschnitt. Sehr hohe Erträge bringen Körnererbsen. Ihnen ist die Trockenheit bekommen. Die Erträge könnten 3,8 t/ha im Landesdurchschnitt erreichen. Die Erntemenge würde dann rund 600.000 t betragen.

Maisschätzung folgt später

Keine Aussage hat France AgriMer in dieser Woche zu Körnermais getroffen. Hier ist nach den bisherigen Schätzungen eine sehr schwache Ernte zu erwarten. (db)
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