Märkte am Morgen: Ölsaaten

Soja schlägt neue Kapriolen

Sojakomplex: Der Sojakomplex präsentiert sich in ausgesprochen fester Verfassung. Die lebhafte Sojaschrot-Nachfrage ließen die Schrotnotierungen in Chicago um 5,3 Prozent oder 19,7 US-$/short-ton ansteigen. Schrot für Dezember notierte in Chicago wieder oberhalb von 400 US-$/short-ton. Die Bohnen zogen mit und die November Bohne legte 39 Cent/bushel oder umgerechnet 14 US-$/t zu.
 
Das vergleichsweise knappe Angebot an Sojaschrot in den USA und die rege Bohnennachfrage der Exporteure nach Sojabohnen treiben den US-Mark trotz der laufenden Ernte weiter hoch. Die US-Sojabohnenernte war zum Wochenanfang zwar zu 90 Prozent abgeschlossen, doch bei der Versorgungslage scheint sich der Markt immer noch in einer Übergangsphase von den knappen alterntigen Beständen und dem Rekordangebot aus der neuen Ernte zu befinden.
 
Charttechnisch bekamen die Sojanotierungen zudem Unterstützung von technischen Käufen, denn erstmals seit drei Monaten haben die Kurse wieder den gleitenden 100-Tagesdurchschnitt nach oben durchbrochen. Spekulationen über ein mögliches kleineres Angebot aus der kommenden südamerikanischen Ernte und die Aussaat-Verzögerungen in Brasilien taten das übrige dazu. Die Conab, der brasilianische Pendant zum USDA erwartet im kommenden Jahr eine Sojabohnenernte in Brasilien von 89,3 bis 91,7 Mio. t. Die Schätzung liegt deutlich unter der USDA-Prognose von 94 Mio. t.

Raps: An der Matif hängte sich Raps an den abfahrenden Soja-Zug an. Die Notierungen für die beiden alterntigen Termine und den Erntemonat  zogen 5,25 €/t an. Der Februartermin schloss oberhalb von 340 €/t Der Kursanstieg kam aufgrund des Feiertags in Frankreich allerdings bei vergleichsweise bescheidenem Handelsvolumen von weniger als 2.300 Kontrakten zustande. Da sich heute Morgen der Sojakomplex an der elektronischen Börse in Chicago weiter befestigt, könnten auch die Rapsnotierungen in Paris möglicherweise davon profitieren.  
In Winnipeg begleitete man die Entwicklung im Sojakomplex eher distanziert. Die beiden vorderen Termine legten nur 1,50 Can-$/t zu.

Rohöl: Uneinheitlich beendeten die Rohöl Futures ihre Sitzung. Brent Crudöl geriet erneut stärker unter Druck und gab 0,67 US-$/Barrel nach. WTI konnte sich dagegen leicht erholen. Die elektronischen Notierungen lassen heute Morgen keine stabileren Tendenzen erkennen. Der Markt geht davon aus, dass die Opec bei ihrem Treffen am 27. November in Wien keine Produktionseinschränkungen beschließen wird. Im Gegenteil, es herrscht Preiskrieg, denn der Irak hat wie schon zuvor Saudi-Arabien seinen Kunden in den USA einen Preisdiscount eingeräumt. (St)
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