Märkte am Morgen: Ölsaaten

Soja verliert mit Turbulenzen in Brasilien


Sojakomplex: Der Bestechungsskandal und die politische Krise in Brasilien, ein eingeleitetes  Korruptions-Verfahren gegen den amtierenden brasilianischen Präsidenten Michel Temer schickten die Chicagoer Sojabohnen auf Talfahrt. Die Kurse gaben bis zu 31 Cent/bushel nach, der Juli-Termin fiel auf 9,45 US-$/bushel. Schrot verlor für den  Frontmonat 7,8 US-$/short ton und schloss mit 307,50 US-$/short ton. Die brasilianische Währung verlor am Vortag im Zuge des Skandals rund 7 Prozent gegen den US-Dollar. Der Markt rechnet durch die Währungsturbulenzen mit größeren Verkäufen der brasilianischen Farmer und einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Sojabohnen am internationalen Markt. Heute Morgen sind die Vorzeichen am Sojakomplex zumindest wieder hellgrün.
 
Raps: Die Rapspreise an der Matif gerieten in den Sog der schwachen Sojabohnen und gaben bis zu 6,25 €/t überraschend stark nach. Der August fiel in einem lebhaften Handel unter 360 €/t, der November schloss mit 363,50 €/t. Marktbeteiligte sehen die scharfe Korrektur als überzogen an, denn die Aussichten für die europäische Rapsernte sind verhalten. So hat der Deutsche Raiffeisenverband seine Prognose für die hiesige  Rapsernte auf 4,7 Mio. t zurückgenommen. Die deutsche Ernte würde das schwache Vorjahresergebnis danach nur um 100.000 t überschreiten.
 
In Winnipeg stand Canola ebenfalls unsere Fuchtel des Sojakomplexes. Die Kurse fielen bis zu 7,70 Can-$ für die neue Ernte zurück. Der November rutschte wieder unter die psychologische Schwelle von 500 Can-$/t. Verstärkt wurde der Druck durch die Aussicht  auf besseres Wetter in Western Canada, das zügige Fortschritte bei der Canola-Aussaat erwarten lässt.
 
Palmöl: Die Kurse scheinen kurzfristig in eine Konsolidierungsphase einzuschränken. Am Vortag gaben die meisten Termine wieder etwas nach. Auch heute Morgen stehen hellrote Vorzeichen an den Palmölnotierungen in Kuala Lumpur.
 
Rohöl: Die Rohöl-Futures machten erneut etwas Boden gut. Brent-Crudeöl notierte nach einem Plus von 0,30 US-$ mit 52,51 US-$/Barrel. Nach Einschätzung von Algeriens Ölminister sollen alle Opec-Mitglieder bereit sein, eine Verlängerung der Produktionseinschränkungen bis in das neue Jahr hinein mitzutragen. (St) 
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