Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojakurse im Auf und Ab

Sojakomplex: Die Sojanotierungen schlossen zuletzt fast jeden Tag mit anderem Vorzeichen. Zum Wochenschluss gibt die Bohne wieder 14,6 Cent/bushel nach, Sojaschrot verliert im Frontmonat 4,1 US-$/short-ton. Trotz der volatilen Schwankungen beendet die Bohne die Woche mit einem positiven Saldo von 3,1 Prozent. Die Kursgewinne resultierten im wesentlichen durch Verzögerungen bei der Ernte. In dieser Woche ist Wetteraufbesserung im Mittleren Westen angesagt und die Ernte könnte zügiger vorangehen. An der elektronischen Börse in Chicago bewegen sich die Sojanotierungen heute Morgen wieder mit roten Vorzeichen. Schätzungen gehen davon aus, dass am Wochenanfang etwa 50 Prozent der Bohne vom Feld waren.
 
Im kommenden Jahr könnten die Farmer in den USA erstmals seit 1983 mehr Sojabohnen als Mais aussäen, erwartet das US-Analystenhaus Informa. Nach dessen jüngster Prognose soll die US-Sojabohnenanbaufläche im kommenden Jahr auf 88,5 Mio. t acres ansteigen. Falls die Anbaupläne realisiert werden sollten, wäre dies ein Zuwachs von 4,3 Mio. t acres gegenüber diesem Jahr.  
 
In Brasilien scheinen sich die Aussaatbedingungen etwas zu verbessern. Für diese Woche sind Regenfälle vorhergesagt. Vor allem im Mato Grosso, dem wichtigsten brasilianischen Sojaanbaugebiet, haben Trockenheit und Hitze die bisherige Bohnenaussaat verzögert und negativ beeinträchtigt.
 
Raps: Die schwachen Vorgaben vom Sojakomplex setzten auch den Matif-Raps etwas unter Druck. Der November gab 0,75 €/t nach notierte bei Börsenschluss bei 323 €/t. Die Handelsaktivitäten waren kleiner als zuletzt, denn ein Großteil der europäischen Rapshändler dürfte sich auf der Internationalen Warenbörse in Hamburg aufgehalten haben.
Auch in Winnipeg gaben die Canolakurse mit schwachem Soja etwas nach. Die Ernte in Western Kanada geht dem Ende zu.
 
Rohöl: Die Notierungen scheinen etwas Bodensatz zu finden. Brent legte 0,34 US-$/Barrel zu und auch WTI-Öl konnten sich behaupten. Einschätzungen von Analysten zufolge war der Kursverfall zu schnell und zu extrem, so dass eine Gegenreaktion fällig war. Goldman Sachs und andere Investmentbanken gehen inzwischen davon aus, dass der Preisverfall bald vorbei sein dürfte. (St)
stats