Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojanotierungen geraten unter Druck

Sojakomplex: Die neue USDA-Schätzung brachte keine Überraschungen. Nahezu erwartungsgemäß taxierte das amerikanische Landwirtschaftsministerium die US-Bohnenernte auf 177,7 Mio. t. Die Zahl lag nur leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Durch den bärischen Unterton gaben die Sojabohnenkurse nach. Die Schrotnotierungen verloren mit einem Minus von 9,5 US-$/short-ton für Dezember sogar deutlicher. Die weitere Kursentwicklung dürfte allerdings noch von der Logistik bestimmt werden. Die Nachfrage der US-Exporteure nach Sojabohnen ist riesig, wie sich aus großen wöchentlichen Exportanmeldungen von knapp 2,5 Mio. t Sojabohnen ableiten lässt. Heute Morgen zeigt der Sojakomplex allerdings roten Vorzeichen.
 
Für Südamerika nahm das USDA noch keine Neubewertung vor. Die Niederschläge in Brasilien haben zu verbesserten äußern Bedingungen geführt und am Wochenanfang war die Sojabohnenaussaat in Brasilien laut Agenturberichten zu 96 Prozent abgeschlossen. Damit hinken sie aber dem langjährigen Durchschnitt noch 15 Prozent hinterher. Das brasilianische Beratungsbüro AgriRural erwartet derzeit noch keine Ertragsdepression durch die späte brasilianische Bohnenaussaat.
 
Raps: Die Rapsnotierungen der Matif konnten sich mit Kursgewinnen von 0,50 €/t für den Februar zwar behaupten, doch sie ihre zwischenzeitlichen Tagesgewinne von mehr als 5 €/t mussten sie weitgehend abgeben. Die rückläufigen Sojanotierungen nach der USDA-Schätzung ließen die Gewinne wieder schmelzen. Eine Erholung der Palmölnotierungen in Malaysia stütze den Raps dennoch unterschwellig.
 
In Winnipeg drehten sich die Canola-Kurse aus dem roten Bereich noch in positives Terrain. Die vorderen Termine zogen 1,50 Can-$/t an, bedingt durch gute Inlands- und Exportnachfrage sowie wenig Verkaufsbereitschaft der kanadischen Farmer.
 
Rohöl: Die Kurse standen erneut unter Druck. WTI verlor 1,25 US-$/Barrel und Brent rund 1 US-$/Barrel. Zunächst sorgten positive Außenhandelsdaten aus China für grüne Vorzeichen. Druck kam auf, als Erwartungen an höhere wöchentliche US-Rohölbestände im Markt kursierten. In Libyen bleibt die Lage unübersichtlich. Allerdings machten Meldungen die Runde, dass das nordafrikanische Land in Kürze wieder ein Ölfeld in der Sahara mit einer Tageskapazität von 215.00 Barrel/Tag wieder in Betrieb nehmen will. (St)
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