Märkte am Morgen: Ölsaaten

Sojaschätzung überrascht erneut

Sojakomplex: Die Chicagoer Börse reagierte auf die neue USDA Schätzung nur kurzfristig mit kleineren Ausschlägen nach unten. Zum Börsenschluss fangen sich die Sojakurse und der November schließt gut behauptet bei 8,74 US-$/bushel. Sojaschrot legt bis zu 2,9 US-$/short ton zu, Sojaöl gibt etwas nach.
 
Entgegen den Markterwartungen hatte das USDA die kommende US-Sojabohnenernte  auf 107 Mio. t nach oben korrigiert. Basis war die leicht angehobene Schätzung der Durchschnittserträge auf 47,1 bushel/acre. Die Sojabohnen-Endbestände für 2015/16 hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium für die USA zwar um 500.000 t nach unten korrigiert, doch mit 12,3 Mio. t werden die US-Farmer zum Ende der neuen Kampagne auf den größten Beständen seit vielen Jahren sitzen.
 
Die wöchentlichen US-Exportzahlen von knapp 1,8 Mio. t für die neue Kampagne lagen deutlich über den Markterwartungen und dürften die Bohne unterschwellig etwas gestützt haben. Für die abgelaufene Kampagne liegen die finalen Exportzahlen 1,9 Prozent über der USDA-Prognose.
 
Raps: An der Matif stand Raps mit den zeitweise schwachen Sojanotierungen, einer Korrektur der Palmölkurse und mit einem festeren Euro unter Druck. Die Sitzung verlief volatil, der November wurde in einer Bandbreite von 6 €/t gehandelt und schloss 2 €/t niedriger als am Vortag. Die europäische Rapsernte schätzt das USDA mit 21,3 Mio. t nun 200.000 t höher als im Vormonat ein.
 
In Winnipeg legte Canola bis zu 2,90 Can-$/t zu. Charttechnische Kursgewinne und der  Frosteinbruch im westlichen Kanada unterstützten spekulative Käufe. Der November notierte knapp unter 470 Can-$/t.
 
Rohöl: Das auf und ab hält an. Diesmal ging die Richtung nach unten. Brent gab 0,75 und WTI 1,29 US-$/Barrel ab. Die internationale Energieagentur IEA erwartet für 2016 ein rückläufige US-Ölproduktion von 500.000 t Barrel je Tag und gleichzeitig eine etwas steigende Nachfrage nach Opec-Öl auf auf 31,3 Mio. t. Die Commerzbank geht davon aus, dass die Rohölpreise aufgrund des Überangebotes bis weit ins kommende Jahr unter Druck bleiben. Erst Ende 2016 könnten sich die Brent Crudeöl-Notierungen auf 65 US-$/Barrel erholen, vermuten die Analysten der Bank. (St) 
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