Märkte am Morgen: Getreide

Sommerweizen gibt Auftrieb

Weizen: An der Matif gewinnt Weizen mit festeren Vorgaben aus Übersee und der Aussicht auf eine reduzierte Schätzung der europäischen Weizenernte. Der Dezember schloss nach einem Plus von 1,25 €/t knapp unter 175 €/t, der September notierte mit 170,50 €/t. Die Analysten von Strategie Grains korrigierten ihre Prognose für die EU-Weichweizenernte um 1,1 Mio. t auf 141,6 Mio. t nach unten. Gleichzeitig nahmen sie die Exporterwartungen für die kommende Saison um 2,6 Mio. t auf 24,4 Mio. t für den europäischen Weizen zurück. Sie begründen die Abwärtskorrektur mit zu wenig Regen in Deutschland, Frankreich und Spanien. Agenturberichten soll der Weizen in Polen dagegen gut stehen.
 
Die Exportsaison der EU geht dem Ende zu. Bisher hat die EU 22,6 Mio. t Weichweizen exportiert, 24 % weniger als im Vorjahr. Gegenüber der Vorwoche hat sich die Exportstatistik der EU um 221.000 t und für Deutschland um 106.000 t verbessert. Die deutschen Weizenexporte in dieser Kampagne haben sich bisher auf 5,3 Mio. t addiert.
 
In Chicago wittern die Fonds wieder eine ‚story‘ für den Weizen, denn in den nördlichen US-Plains ist es weiterhin zu trocken und es zeichnet sich eine schwache Sommerweizenernte ab. Die Chicagoer Weizenkurse legten nach dem etwas schwächeren Vortag wieder bis zu 11,6 Cent/bushel zu.  Der Juli schloss nach Shorteindeckungen und neuen Käufen der Fonds mit 4,54 US-$/bushel. Angetrieben wird die Rallye von der sehr festen Weizenbörse in Minneapolis, wo Sommerweizen für September mit 6,39 US-$/bushel auf dem höchsten Stand seit rund zwei Jahren notiert. Aber auch die gedämpften Aussichten für die Weizenernten in Europa, der Ukraine und in China dürften die Fonds zur neuen Engagements animiert haben.  
 
Mais: In Sympathie mit festerem Weizen machte der Chicagoer Mais ebenfalls etwas Boden gut. Der Juli notierte nach einem Plus von 2,4 Cent/bushel mit 3,79 US-$/bushel. In weiten Teilen des Mittleren Westen ist es zwar zu trocken und es bleibt sehr warm, doch für die kommenden Tage erwarten die Meteorologen regionale Niederschläge,  Schauer und Gewitter.
 
An der Matif konnte Mais dem Weizen nicht folgen und schloss für alle Termine etwas schwächer. Der August notierte mit rund 172 €/t. Die schwache Maisbilanz der EU hat noch einmal zu lebhaften Importaktivitäten geführt. In der Vorwoche wurden 449.000 t neue Maisimporte registriert, die sich damit auf 11,8 Mio. t für 2016/17 summiert haben. Der europäische Gerstenexport liegt bis dato mit rund 5 Mio. t 50 %  hinter dem Vorjahreswert zurück. (St)
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