Gerstenernte: Die Ähren stehen dieses Jahr nicht dicht genug.
-- , Foto: has
Gerstenernte: Die Ähren stehen dieses Jahr nicht dicht genug.

Die extreme Trockenheit macht den hessischen Landwirten zu schaffen. Vor allem flachgründige Standorte, wie die hessichen Mittelgebirgslagen oder Gebiete mit sandigem Boden, wie im hessischen Ried, seien davon betroffen, betonte der hessische Bauernpräsident, Friedhelm Schneider, heute im südhessischen Riedstadt-Leeheim. Gemeinsam mit dem deutschen Bauernpräsident, Joachim Rukwied, kommentierte er vor Ort den Start der Getreideernte in Deutschland.

Nach Rekord nur Durchschnitt

Die aktuelle Ertragsschätzung für die Getreideernte in Deutschland, mit 47 Mio. t, verfehlt den Vorjahreswert um 11 Prozent. Obwohl die Getreideanbaufläche mit 6,6 Mio. ha etwas größer sei als im Vorjahr (6,5 Mio. ha), werde sich die Rekordernte des Vorjahres nicht wiederholen, gibt sich Rukwied wenig optimistisch. "Wir gehen davon aus, dass das durchschnittliche Ertragsniveau bei weitem nicht an die Rekorderträge des Jahres 2014 heranreichen wird." Die Wintergerste könnte rund 8,5 Mio t (Vorjahr: 9,5 Mio. t) einbringen. Gegenüber dem Vorjahr ging der Ertrag um 1 t/ha auf 6,7 t/ha zurück. Die Erntemenge für Winterweizen bleibt mit 25,1 Mio. t rund 8 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Hektarerträge werden von 8,7 t/ha auf 7,7 t/ ha fallen, erwartet der DBV. Trotz der deutschlandweit gesunkenen Erntemenge, liegen die Erzeugerpreise für Getreide unter dem Vorjahresniveau. Die Versorgungslage durch die weltweite Ernteerwartungen seien immer noch komfortabel.

Hessische Wintergerste zeigt Ertragseinbußen

"Beim Getreide rechnen wir in Hessen je nach Standort, Boden und Niederschlagsverteilung mit Ertragseinbußen von bis zu 30 Prozent", so Schneider. Die Getreidehalme und Ähren seien aufgrund der Trockenheit kürzer, die Körner wesentlich kleiner. Die Wintergerste, die im Laufe der Woche in den Frühdruschgebieten geerntet wird, habe besonders gelitten. Der Regen im Juni kam zu spät. Die Kornfüllung des Winterweizens könnte der Juni-Regen hingegen noch positiv beeinflussen. Winterweizen nimmt mit rund 160.000 ha etwas mehr als die Hälfte der hessischen Getreidefläche ein.

Von Februar bis Mai seien in Hessen im Durchschnitt 135 mm Niederschlag gefallen. Nur 55 Prozent des langjährigen Mittels von 244 mm. Besonders hart traf es die Felder im Mai, als im Rhein-Main Gebiet 70 Prozent der sonst verfügbaren Regenmenge fehlten. (has)

stats