Märkte am Morgen: Ölsaaten

Starke Turbulenzen am Sojamarkt


Sojakomplex: In einer äußerst turbulenten Sitzung setze sich die scharfe Kurskorrektur des Vortags zunächst fort. Die Sojabohne fiel in der Spitze bis zu 47 Cent/bushel in den roten Bereich, konnte zum Börsenschluss die dicksten Verluste aber noch ausbügeln. Der August notierte nach einem Minus von 8,4 Cent/bushel mit 11 US-$/bushel. Der November verlor im Schlusskurs nur wenig und schloss mit 10,73 US-$/bushel.
 
Die Schrotnotierungen wurden noch kräftiger gebeutelt. Der August-Kontrakt gab phasenweise bis knapp 19 US-$/short ton nach. Bis Börsenschluss konnte sich der Schrotpreis ebenfalls etwas erholen und mit 383,40 US-$/short ton notierte der August nur geringfügig schwächer.
 
Für die Turbulenzen war eine neue Liquidationswelle der spekulativen Anleger verantwortlich. Zurzeit ist kein negatives Wetterereignis in den USA in Sicht und die Vegetation der US-Sojabohnenernte ist weiter als im Vorjahr vorangeschritten. Zum Wochenanfang befanden sich schon 22 Prozent der Bestände in der Blütephase. Fundamental gab es nichts neues. Unterschwellig wurde der Druck durch eine schwächere brasilianische Währung verstärkt, zumal sich dadurch Sojaprodukte aus Brasilien auf dem Weltmarkt verbilligen.
 
Raps: An der Matif konnten die Rapsnotierungen von der leichten Erholung des Sojakomplexes nicht mehr profitieren. Als sich die Chicagoer Verluste abschwächen, war die Sitzung in Paris bereits beendet. Der europäische Raps verlor nach einem lebhaften Handel bis zu 5,50 €/t. Der August fiel auf 350 €/t und auf den tiefsten Stand seit der ersten Märzhälfte.
 
In Winnipeg sorgten Liquidationen der Fonds ebenfalls für Druck auf die Canola-Futures. Bei Börsenschluss hielten sich die Verluste mit einem Minus von bis zu 3,40 Can-$/t  aber im überschaubaren Rahmen.
 
Rohöl: In einer Gegenreaktion auf den schwachen Vortag, in Verbindung mit freundlicheren Konjunkturdaten aus den USA und einem leicht schwächeren US-Dollarkurs konnte sich Rohöl etwas erholen. Die Prognose der US-Öllobby API von einem wöchentlichen Bestandsabbau der US-Rohölbestände um 6,7 Mio. Barrel sorgte für einen Vorzeichenwechsel. Die beiden westlichen Ölsorten legten bis zu 0,84 US-$/Barrel zu, Brent Crudeöl notierte mit 48,80 US-$/Barrel. (St) 
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