Wetter-Chaos

Starkregen schädigt Bestände


In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben erneut hohe Niederschlagsmengen für Schäden in der Landwirtschaft gesorgt. Im Erfurter Becken ist sehr viel Getreide ins Lager gegangen, im Erzgebirge gab es tagelang Dauerregen. In den vom Hochwasser betroffenen Regionen ist die Sorge der Landwirte groß, dass es noch schlimmer als bisher in diesem Jahr kommen könnte. Die Felder können nicht abtrocknen, da ständig Nachschub von oben kommt.

Insgesamt wirkt sich die hohe Luftfeuchtigkeit negativ auf die Getreidepflanzen aus. Abstriche bei der Qualität von Weizen und Gerste werden immer wahrscheinlicher. Der Weizen befindet sich stellenweise noch in der Blühphase. Zwar konnten noch Fusariumbehandlungen durchgeführt werden, doch viele Blätter zeigen schon jetzt deutlichen Pilzbefall. Auch die Hitzewelle in der Vorwoche hat die Weizen- und Gerstenpflanzen geschädigt, beobachten Pflanzenbauberater.

Mais wird umgebrochen

Ertragsausfälle bis zu 30 Prozent könnte es in den mitteldeutschen Anbaugebieten bei Mais geben. Die Aussaat war in diesem Jahr viel zu spät, die erste Aufwuchsphase durch Kälte und Regen stark beeinträchtigt. Dort, wo die Felder durch Hochwasser mehrere Tage unter Wasser standen, mussten Flächen umbrochen werden. Hinzu kommen große Auswaschungsverluste bei Stickstoff. Düngeberater raten dringend dazu, eine Korrektur vorzunehmen und nachzudüngen.

In den übrigen Landesteilen werden Verzögerungen im Mais-Aufwuchs von vier bis fünf Wochen gemeldet. Viele Landwirte befürchten spätestens im Herbst eine Futterknappheit. Teilweise soll jetzt noch Roggen für Ganzpflanzensilage angebaut werden, „um irgendwie den Winter zu überstehen“. Außer Einbußen bei der Maissilage, werden auch bei Körnermais Rückgänge erwartet. Dies könnte sich schon in Kürze auf die Preise für Körnermais und Silage für Biogasanlagen auswirken. (da)
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