Märkte am Morgen: Getreide

Stramme Rally in Chicago

Weizen: Die Chicagoer Weizenpreise machten mit Wetterunbillen in den USA einen Satz nach oben. Der Juli zog am Montag nach Shorteindeckungen um 24 Cent/bushel auf 4,56 US-$/bushel an und legte rund 5 % zu. Ein Blizzard mit Schneehöhen bis zu 30 cm in Teilen des westlichen und südlichen US-Weizengürtels hat ersten Einschätzungen zufolge größere Schäden am Weizen verursacht. In dieser Woche startet die jährliche Erntebereisung in Mittleren Westen, auf der sich dezidiertere Aussagen über die Schäden erwarten lassen. Heute Morgen notiert der Chicagoer Weizen vorbörslich erneut im Plus. Die Fonds halten bei Weizen, Mais und Soja ein Rekordengagement an netto-Shortpositionen, die allein bei Weizen einen Umfang von über 24 Mio. t erreichen und weitere technische Kursgewinne erwarten lassen.
 
Analysten rechnen bereits mit einer deutlich stabileren Tendenz bei den Weizenpreisen, denn auch auf anderen Teilen des Globus stehen die Weizenbestände nicht optimal oder die Ernteaussichten sind gedrückt. In Frankreich hat das Getreideamt AgriMer die Bonitierung der französischen Winterweizenbestände um 7 % auf 78 % in den  Kategorien gut bis exzellent nach unten korrigiert. Auch die Wintergerste in Frankreich sieht nur zu 71 % passabel aus und die Bonitierung wurde abgewertet.
 
An der Matif fanden am Maifeiertag keine Notierungen statt. Am vergangenen Freitag schloss der europäische Terminmarkt mit Kursgewinnen von bis zu 1,50 €/t für die neue Ernte freundlicher. Der alterntigen Mai-Termin notierte mit 168,25 €/t ebenfalls etwas stabiler. Am Mittwoch nächster Woche hat der Frontmonat seinen letzten Handelstag und die Kurse könnten mit Glattstellungen unter technische Einflüsse geraten.  
 
Mais: Die schweren Unwetter in den USA und der feste Weizen brachten auch den Mais in Chicago nach oben. Der Juli-Termin zog mit Shorteindeckungen 11 Cent/bushel auf 3,77 US-$/bushel an. Massive Regenfälle haben viele Felder im US-Maisgürtel überschwemmt und machen eine neue Einsaat notwendig. Auf den überschwemmten Flächen verzögert sich zudem die weitere Maisaussaat. Die US-Maisaussaat ist in der Vorwoche allerdings weiter als erwartet vorangekommen. Mit 34 % liegt der Stand der Maisaussaat immerhin auf dem gleichen Niveau wie im Schnitt der Vorjahre.
 
An der Matif schloss Mais am Freitag für den Frontmonat Juli nach einem Kursgewinn von 0,75 €/t mit 172,25 €/t etwas fester. In Frankreich war die Maisaussaat in der Vorwoche 76 % abgeschlossen. (St) 
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