Weizenmarkt

Syrien kauft in Russland ein


Syrien wird rund 3 Mio. t Weizen im Laufe der kommenden drei Jahre aus Russland beziehen. Die Kreditfinanzierung soll von russischer Seite übernommen werden. Das berichtet eine Nachrichtenagentur von einem Interview mit syrischem Handelsminister, Abdullah al-Gharbi. Immer wieder lieferte Russland in den vergangenen Kriegsjahren Weizen für das hochsubventionierte Brot in das Kriegsland. "In diesem Jahr importieren wir 1,7 Mio. t Weizen",  sagte Gharbi.

Die USA und die EU haben als Saktionen gegen die Assad-Regierung syrische Bankkonten eingefroren. Das macht es für internationale Handelshäuser schwierig, mit der syrischen Regierung Geschäfte zu machen. Bislang hat der russische Agrarminister den Deal nicht kommentiert. Im September wurde ein Kauf über 1. Mio. t Weizen aus Russland stroniert, sagte eine russische Regierungsquelle gegegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Nach russischer Statistik lieferte Russland im Vermarktungsjahr 16/17 rund 125.200 t nach Syrien.

Vor den kriegerischen Auseinandersetzungen erzeugte Syrien in guten Jahren rund 4 Mio. t Weizen und exportierte davon 1,5 Mio. t. Doch die Kämpfe haben Farmen, Mühlen und Bäckereien im Land zersört. Die Regierung hat auch die Kontrolle über landwirtschaftliche Anbauregionen verloren. Im Vorjahr führte die Gewalt und Regenmangel zu einer kleinen Produktion von 1,3 Mio. t Weizen, heißt es in UN-Schätzungen. Die Regierung konnte nur 400.000 t in den von ihr kontrollierten Gebieten einsammeln.

Nachdem die Regierung die Provinzen von Deir al-Zor, Raqqa and Aleppo, zurückerobert hat, glaubt Gharbi, dass im kommenden Jahr die Regierung wieder bis zu 700.000 t Weizen sicherstellen kann. Die staatlichen Reserven seien wieder auf 1 Mio. t angewachsen. Laut Gharbi habe Syrien Vorräte für mehr als sechs Monaten nach 17 Tagen 2016. (da)
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