Märkte am Morgen: Getreide

Talfahrt bremst sich ab


Weizen: Die Weizenkurse an der Matif schließen mit freundlichen Vorgaben aus Übersee nur knapp behauptet. Der September notierte mit 168 €/t, der Dezember mit 173,50 €/t. Der feste Euro, der auch heute Morgen deutlich über 1,17 US-Dollar steht,  belastet dagegen, obwohl Algerien einen Weizenkauf über 500.000 t in die Bücher nimmt. Den Löwenanteil davon wird Frankreich liefern, ein kleiner Teil soll auf die baltischen Länder entfallen. Der Weizenpreis im Algerien-Tender lag zwischen 214 und 216 €/t cif.
 
Am Hamburger Markt lassen die Ernteunterbrechungen und der Dauerregen der Vortage   die Kassamarkt-Prämien ansteigen. Für Weizen Basis 12 % Protein werden für September-Lieferung nun Prämien von 2 €/t über Matif-Dezember genannt. Für Qualitätsweizen mit 14 % Protein lassen sich sogar Aufgelder von 23 bis 24 €/t über Matif-Dezember erzielen. Die Märkte werden zunehmend nervöser und die Befürchtungen über Qualitätsprobleme nehmen zu. Im norddeutschen Raum hat die kühle Witterung bisher noch größere Probleme verhindert. Sollte es in den nächsten Tagen schnell abtrocknen, könnte der Weizen noch mit einem blauen Auge davonkommen, so Einschätzungen von Händlern.
 
Schwache Sommerweizen-Erträge bestätigt
 
In Chicago können sich die Weizenkurse wieder fangen und zeigen auch heute Morgen grüne Vorzeichen. Der September schloss nach einem Plus von 3,6 Cent/bushel mit 4,78 US-$/bushel. Wieder festere Sommerweizen-Notierungen an der Börse in Minneapolis sorgten für Auftrieb. Dort legte der proteinreiche DNS-Weizen knapp 13 Cent/bushel zu. Im  weiteren Verlauf der Erntebereisung in den nördlichen US-Plains bestätigen sich die  Befürchtungen eine sehr schwache US-Sommerweizenernte. Die Ertragsschätzungen im zentralen North Dakota liegen 30 bis 60 % niedriger als im Vorjahr.  
 
Ägypten verfügt nach dem Weizenkauf vom Dienstag über Weizenvorräte von 4,6 Mio. t.  Sie sollten nach Einschätzung des Versorgungsministeriums für sechs Monate reichen. Der Weizenbedarf Ägyptens für das laufende Wirtschaftsjahr wird auf 9,6 Mio. t taxiert. Der staatliche Getreideeinkäufer GASC rechnet Agenturmeldungen zufolge mit einem Importbedarf von 6,2 Mio. t Weizen für 2017/18.
 
Mais: Im Mittleren Westen sind in den Vortagen anscheinend weniger Niederschläge als erwartet gefallen. Der Chicagoer Mais notierte wieder etwas fester. Der September zog 4 Cent/bushel auf 3,73 US-$/bushel an. Über die Auswirkungen der jüngsten Niederschläge gibt es noch keine Klarheit. In einigen Teilen des mittleren Westens waren sie übers vergangenen Wochenende regelrecht heftig, andere Teile konnten nur bedingt oder wenig davon profitieren.
 
An der Matif stand der in Kürze auslaufende August-Future unter technischem Einfluss, verlor 2,25 €/t und fiel auf 160,50 €/t. Auch die übrigen Termine gaben etwas nach. (St)
 
stats