Märkte am Morgen: Ölsaaten

Talfahrt für Rohöl setzt sich fort


Sojakomplex: Für die Sojabohnen fehlen derzeit Anregungen, denn die unproblematischen Witterungsbedingungen in den USA lassen keinen Raum für Preisfantasien nach oben. Die Korrekturphase des Vortrags setzte sich mit Notizverlusten von 9 Cent/bushel für die beiden vorderen Termine fort. Die Julibohne fiel auf 9,19 US-$/bushel. Schrot verlor im Frontmonat 3 US-$ und fiel auf 298 US-$/short ton. Sojaöl gab ebenfalls etwas nach. Auch Positionsbereinigungen vor dem US-Flächenreport am Ende dieses Monats dürfen für Druck gesorgt haben.
 
In Paraguay will die Regierung gegen den Widerstand der Agrarlobby und der Farmer  eine 15-prozentige Exportsteuer auf Bohnen, Weizen und Mais einführen. Der Streik der Hafenarbeiter in Argentinien tangierte in Sojamarkt anscheinend wenig oder allenfalls am Rande.
 
Die Ukraine wird nach Einschätzung des USDA in diesem Jahr Sojabohnen auf 2 Mio. ha anbauen und kann mit einer Sojabohnenernte von 4,6 Mio. t rechnen. Die Anbaufläche für Sonnenblumen taxiert  das USDA ähnlich wie im Vorjahr auf 6,2 Mio. ha, auf den es eine Rekordernte von etwa 14 Mio. t Sonnenblumen erwartet.
 
Raps: Die Korrektur am Rapsmarkt setzt sich fort. Der Erntetermin und der November gaben 2,25 €/t nach. Der August fiel auf 358 €/t. Trotz absehbaren engen Fundamentaldaten und einen europäischen Rapsernte von 21 bis 21,5 Mio. t führt Raps kein Eigenleben und bleibt unter der Fuchtel der Sojabohne. Die schwachen Rohölpreise und rückläufige Pflanzenölnotierungen drücken zusätzlich. In Winnipeg verlor Canola für den Frontmonat 4,10 Can-$ und fiel auf rund 506 Can-$/t.
 
Palmöl: Die Notierungen in Malaysia gaben erneut nach, die Verluste blieben aber überschaubar. Heute Morgen schwächt sich die Abwärtstendenz in Kuala Lumpur weiter ab. Rückläufige Preise für Sojaöl und andere Pflanzenöle in Verbindung mit schwachem Rohöl hatten Palmöl in den Vortagen wieder unter Druck gesetzt.
 
Rohöl: Die Stimmung am Rohölmarkt bleibt schwach. Brent Crudeöl verlor 1,20 US-$ und fiel erstmals seit November unter 45 US-$/Barrel. Der Rohölmarkt ist gut versorgt, denn die schwimmenden Ölvorräte haben sich auf ein neues Rekordniveau von knapp 112 Mio. Barrel auf addiert. Das anhaltende Überangebot lässt die Anleger aus den Rohöl-Futures aussteigen. Analysten hatten sogar ein Absinken der WTI-Notierungen auf unter 40 US-$/Barrel für möglich. Am Vortag schloss WTI mit 43,53 US-$. (St)
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