Märkte am Morgen: Getreide

Technik hilft den Weizenkursen

Weizen: Höhere Chicagoer Weizennotierungen schlugen sich auch an der Matif in Kursgewinnen nieder. Der Dezember legte 1,50 €/t auf 162 €/t zu. Der September schloss  nach technischen Käufen im Zuge von Glattstellungen mit einem Notizgewinn von 2,75 €/t. Fundamentale Gründe fehlen.
 
Am Hamburger Markt schwächten sich die Prämien am Kassamarkt mit dem Notizgewinnen der Börse leicht ab. Am Vortag lagen sie für Weizen Basis 12 Prozent Protein zur Lieferung im Dezember je nach Geld- oder Briefseite bei 1,50 bis 2 €/t über Matif-Dezember.
 
Der Weichweizenexport aus der EU ist stramm in das neue Wirtschaftsjahr gestartet. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 523.000 t Weichweizen gezogen. Damit haben sich die bisherigen Lizenzziehungen auf mehr als 4,5 Mio. t erhöht und liegen 1,2 Mio. t über dem Vorjahreswert. Der Löwenanteil der Exportlizenzen ging in dieser Kampagne mit mehr als 1 Mio. t nach Rumänien, gefolgt von Deutschland mit 978.000 t. Die Lizenzziehungen für Deutschland decken sich zwar nicht eins zu eins mit den tatsächlichen Exporten, doch Exporteure schätzen die Verladungen von deutschen Weizen im August mit 150.000 t für Algerien, 65.000 t für den Iran und 25.000 t für Marokko.  
 
In Chicago brachten Short-Eindeckungen der Fonds die Weizen-Futures nach oben. Der Frontmonat September legte 7,2 Cent/bushel zu. Der Dezember notierte bei rund 3,95 US-$/bushel. Die wöchentlichen US-Exportzahlen fielen mit 286.000 t Weizen kleiner als erwartet aus.
 
Für Argentinien erwarten Analysten aufgrund der größeren Anbaufläche im kommenden Jahr mit 17 Mio. t eine 6 Mio. t größere Weizenernte. Das USDA schätzt konservativer und erwartet nur eine argentinische Weizenernte von 14,4 Mio. t.
 
Mais: Auch bei Mais setzen in Chicago Short-Eindeckungen ein und ließen die Futures bis zu 9,4 Cent/bushel fester schließen. Der Dezember notierte bei 3,24 US-$/bushel. Technische Einflüsse aufgrund eines überkauften Marktes waren spürbar. Hinzu kommen anhaltende Spekulationen, dass die US-Maisernte doch nicht so groß ausfällt, wie das USDA prognostiziert.
 
Für Argentinien zeichnet sich nach Ansicht von Analysten für 2016/17 mit 39 bis 40 Mio. t eine bis zu 12 Mio. t größere Maisernte als in diesem Jahr ab. Das USDA geht etwas vorsichtiger heran und prognostiziert eine argentinische Ernte von 36,5 Mio. t
 
Mais/Gerste: An der Matif gewann Mais mit Weizen und festeren Chicagoer Vorgaben. Der November legte 1,25 €/t auf 161 €/t zu.
 
Der Gerstenexport aus der EU fällt in diesem Wirtschaftsjahr mit 982.000 t gegenüber dem Vorjahreswert von 2,6 Mio. t erheblich ab. In dieser Woche wurden gerade einmal 7.000 t neue Exportlizenzen für Gerste gezogen. (St) 
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