Märkte am Morgen: Getreide

Technik treibt Chicago hoch


Weizen: Die Chicagoer Rally beeindruckte den europäischen Terminmarkt nur kurzfristig. Kursgewinne von 3,00 €/t für den Frontmonat Mai ließen sich nicht halten. Zum Ende der Sitzung steht nur noch ein leichtes Plus am Schlusskurs von 152,00 €/t.  Die Aktivitäten waren äußerst lebhaft und es wurden Weizenfutures in einem Umfang von fast 4 Mio. t an der Börse gedreht. Die Stimmung sieht schwach aus, denn die Matif regiert sensibler auf negative Vorgaben als auf positive Anregungen aus Übersee. Am Hamburger Markt wurden die Kassaprämien auf die Matif am Vortag etwas angehoben. Die Käufer waren bereit, 4,50 €/t über Matif-Mai anzulegen.
 
In Chicago schoben neuerliche Shortabdeckungen die Futures an. Der Mai legte 13,4 Cent/bushel auf 4,86 US-$/bushel zu. Die Rally ist ausschließlich technisch getrieben, profitierte übergreifend aber auch vom festeren Sojakomplex. Fundamental gibt es keine  plausiblen Gründe. Die exzessiven Niederschläge und Überschwemmungen in Teilen des südlichen US-Weizengürtels dürften kaum signifikante Schäden bei der US-Weizenernte anrichten.
 
In der Schwarzmeerregion zeichnen sich nach Einschätzung von UkrAgroConsult  durchwachsene Weizenernten ab. Für Russland halten die Analysten eine Ernte von 62,5 Mio. t für möglich, falls das Wetter günstig bleiben sollte. Dies wäre die größte Ernte seit acht Jahren. Für die Ukraine erwarten sie eine Weizenernte von 19,8 Mio. t (- 20 % gegen VJ) für Rumänien 7,8 Mio. t (- 9 % gegen VJ) und  für Bulgarien mit 5 Mio. t eine ähnliche Weizenernte dem Vorjahr.
 
Mais: Die Chicagoer Mais-Futures waren Mitläufer der Weizen-und Sojarally. Die Kurse zogen auf allen Termin etwas an. Der Mai notierte bei 3,84 US-$/bushel. Die festere Stimmung wurde durch gedrücktere Aussichten für die südamerikanischen Maisernten unterstützt.
 
Brasilien wird nach Einschätzung der Analysten von AgRural aufgrund der Trockenheit möglicherweise nur noch eine zweite Maisernte von 50 Mio. t einfahren. Zuvor waren die Experten noch von  54,3 Mio. t ausgegangen. Aufgrund hoher Ertragserwartungen wurden im Vorfeld der Ernte bereits große Mengen gehandelt. Der Markt gilt als überverkauft und für Brasilien zeichnet sich sogar ein temporärer Importbedarf für Mais ab. Argentinien hat aufgrund der sehr nassen Witterung Probleme mit der Maisernte.
 
An der Matif machte Mais erneut etwas Boden gut. Der Juni verfehlte nach einem Plus von 2,50 €/t knapp die 160 €/t. Festerer Weizen, aber auch kleinere Exportmengen am Schwarzen Meer stützen die Börsenkurse. (St) 
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