Märkte am Morgen: Getreide

Technik treibt die Weizenkurse


Weizen: Die festeren Vorgaben aus Chicago brachten den Matifweizen erneut etwas nach oben. Der Maitermin zog 2,50 €/t auf knapp 156 €/t an. Auch die neue Ernte notierte etwas fester. Ursächlich hierfür dürfen Shortabdeckungen in Chicago, aber auch an der Matif gewesen sein, zumal neue Fundamentaldaten fehlen. Schließlich beschränken sich die Aktivitäten der Fondsgesellschaften nicht nur auf die Chicagoer Börse. Unterschwellig gab es etwas Unterstützung durch den geringfügig schwächeren Eurokurs, der heute Morgen bei 1,12 US-$ notiert.
 
Am Hamburger Markt waren die Kassapreise unverändert. Für Weizen Basis 12 Prozent Protein halten die Käufer weiterhin Geldkurse auf dem Niveau von Matif-Mai heraus. Die  Briefkurse liegen 1,00 €/t darüber. Zurzeit finden in Hamburg und Rostock umfangreiche Weizenverladungen und Abwicklungen für den Export statt, für die noch Weizenpartien gesucht werden. Händler und Exporteure bemängeln die fehlende Verkaufsbereitschaft der Landwirtschaft.
 
In Chicago hielt die festere Tendenz für Weizen an. Doch Gewinnmitnahmen zum Börsenschluss ließen die Kurse nur gut behaupten bis leicht fester schließen. Der Mai notierte bei 4,66 US-$/bushel. Die Kältewelle in den südlichen Plains hat voraussichtlich zu Schäden in den Weizenbeständen geführt, das Ausmaß lässt sich allerdings erst in ein paar Wochen erkennen. In den nächsten 14 Tagen ist zudem ein zweiter Kälteeinbruch im südlichen US-Weizengürtel vorhergesagt.
 
Äthiopien hat einen neuen Weizentender über 500.000 t aufgelegt. Durch das Klimaphänomen El-Niño hat Äthiopien diesem Jahr einen erheblichen Importbedarf an Weizen. In der zweiten Jahreshälfte 2015 hat Äthiopien bereits größere Weizenimporte in die Bücher genommen, im Oktober sogar einen Riesen-Tender von 1 Mio. t.
 
Mais: Beim Chicagoer Mais brachten kleinere Short-Eindeckungen die Kurse noch geradeso in den grünen Bereich. Der Mai notierte mit 3,70 US-$/bushel. Eigene Ansätze für Mais fehlten. Die Fonds halten noch immer gewaltige Shortpositionen bei den Mais- Futures und bleiben für kurzfristige technische Kursgewinne gut.
 
An der Matif nahm Mais die Vorlagen vom Weizen dankend an. Der Juni legte 1,25 €/t  auf knapp 154,00 €/t zu.
 
Südafrika wird einer Umfrage unter Analysten zufolge mit 7,1 Mio. t eine kleinere Maisernte einfahren als offiziell geschätzt. Die Trockenheit im Zuge des El-Niño-Effektes lässt in diesem Jahr nach Ansicht der größten Getreidelobby des Landes einen Importbedarf von 3,8 Mio. t erwarten. (St)
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