Märkte am Morgen: Getreide

Technik zieht CBoT nach unten

Weizen: Die Weizennotierungen standen am Dienstag in Chicago unter Druck. Der Dezember gab um 6,2 Cent auf 4,184 US-$/bushel nach. Beobachter halten den Einbruch für vorwiegend technisch bedingt. Ein Rückgang auf 4,24 US-$/bushel löste umfangreiche Verkäufe aus, die die Notierungen bis auf 4,16 US-$/bushel abstürzen ließen. Heute Morgen steht der Dezember-Future bei 4,1775 US-$ leicht im Minus. Auch in Paris verlor Weizen. Der Dezember schloss vor dem Absturz in Chicago mit einem Minus von 1,50 € bei 162,00 €/t.

Die fundamentalen Marktnachrichten waren trotz der fallenden Kurse eher bullisch. Die Aussaat von Winterweizen verzögert sich in den USA leicht. Eine erste Einschätzung der Bestände durch das USDA fällt schlechter aus als im Vorjahr. Das Rating von 52 Prozent gut und ausgezeichnet lag auch unter den Erwartungen von Analysten, die mit 59 Prozent gerechnet hatten. Auch ein vom USDA bekanntgegebenes Exportgeschäft über 100.000 t Weizen brachte keine Unterstützung.

Dem europäischen Weizen konnten weder der schwache Euro noch ein Exportgeschäft mit Saudi-Arabiens Impulse geben. Der Golfstaat kauft über seine staatliche Agentur SAGO 484.000 t Weizen mit 12,5 Prozent Protein. Für den Tender wurden 17 Offerten abgegeben. Geliefert werden soll die Ware im Dezember und Januar in die Häfen von Jeddah, Dammam und Jizan. Saudi-Arabien hat damit in diesem Jahr bereits 2,41 Mio. t Weizen gekauft. Zu den acht Handelshäusern, die eine erfolgreiches Angebot abgegeben haben, gehört auch die Baywa, die 60.000 Tonnen zum von 228,00 US-$/t cif Dammam liefert. Saudi-Arabien ist ein wichtiger Abnehmer für deutschen Weizen. Ob bei dem aktuellen Exportgeschäft in größeren Mengen deutsche Ware abfließen wird, ist aber fraglich, weil polnischer Weizen derzeit günstiger angeboten wird. Lieferungen aus Deutschland könnten weitgehend aus Beständen der Exporteure bedient werden. Für eine deutliche Belebung der Exportnachfrage in Hamburg und Rostock reicht das Geschäft mit Saudi-Arabien deshalb wohl noch nicht aus.

Mais: Der schwache Weizenmarkt in Chicago zog am Dienstag auch den Mais ins Minus. Der Dezember verlor 3 Cent auf 3,46 US-$/t. Heute gibt die EIA aktuelle Zahlen zur Bioethanol-Produktion bekannt. Der Erntefortschritt ist in den Bundesstaaten unterschiedlich, aber insgesamt in einem normalen Rahnem. Die Bewertung der Bestände hat sich leicht verschlechtert, weil Pflanzen vom Wind abgeknickt wurden.

In Paris konnte der November-Future an seinem letzten November noch einmal 1,50 €/t zulegen und schloss bei 151,50 €/t. Der neue Frontmonat Februar gab um 1,00 € auf 158,75 €/t nach.

Euro/US-Dollar: Zum Ende der vergangenen Woche war der Euro bis auf 1,1575 US-$ abgerutscht. Am Montag und Dienstag konnte er sich wieder etwas erholen. Die 1,20 US-$ bleiben aber in weiter Ferne. Die nach wie vor lockere Geldpolitik der EZB, die Unsicherheit in Spanien und die robuste Konjunktur in den USA lassen wenig Spielraum für einen festeren Euro. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,1629 US-$. (SB)
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