Märkte am Morgen: Ölsaaten

Technische Gewinne für Raps

Sojakomplex: Der gesamte Sojakomplex legt erneut zu. Die Juli-Bohne kann sich 10,6  Cents/Bushel befestigen, Sojaschrot macht für diesen Termin knapp 5 US-$/short-ton gut. Charttechnischer Auftrieb, stetige Inlandsnachfrage und Shortabdeckungen der Fonds heizten ein. Es machten zudem erste Spekulationen die Runde, dass die US-Sojabohnenfläche aufgrund der guten Aussaatbedingungen für Mais weniger stark ausgedehnt werden könnte, als erwartet. Das USDA war in Vormonat von einer Anbauausdehnung für Soja von 1 Prozent auf 84,6 Mio. acres ausgegangen.
 
Zusätzlichen Auftrieb bekamen die Chicagoer Sojabohnen vom Streik der Hafenarbeiter und Bootsführer in den argentinischen Seehäfen an. Sollten die Streikmaßnahmen länger anhalten, lassen sich Verzögerungen bei den Schrotexporten erwarten.
 
China will Agenturmeldungen zufolge die Subventionen für die eigene Sojabohnenerzeugung deutlich kürzen. Nach Einschätzungen von Analysten vor Ort könnte dies zu einem Rückgang der chinesischen Sojabohnenanbaufläche bis zu 20 Prozent führen. China hat 2014/15 laut USDA Schätzung 12,4 Mio. t Sojabohnen erzeugt.
 
Raps: Der heute auslaufende Frontmonat Mai sorgte für Turbulenzen und kräftige technische Notizgewinne für den Raps. Zeitweise zogen die Notierungen bis zu 7,50 €/t an. Bei Börsenschluss stand immer noch ein Plus von 4 €/t an dem Maikontrakt, der knapp unterhalb von 383 €/t schloss. Heute Morgen standen noch 2.561 Positionen für den Maikontrakt offen. Weitere Glattstellungen könnten noch einmal für temporäre Turbulenzen sorgen. Am Kassamarkt wurden für die alte Ernte zum Teil nur Preisanfrage genannt oder die Prämien wurden schon von den niedrigeren August-Notierungen abgeleitet. Der August notiert an der Matif am Vortag mit 365,50 €/t.
 
Auch in Winnipeg war die Sitzung von technischen Einflüssen geprägt. Der Frontmonat Mai schoss zwischenzeitlich 7 Can-$/t hoch, schloss aber nur 2 Can-$/t fester. Die weiteren Termine notierten nach Chart-basierten Verkäufen schwächer, denn der aktivste Kontraktmonate Juli konnte seine psychologische Stützungslinie von 450 Can-$/t bisher noch nicht zurückerobern.
 
Rohöl: Die Kurse zogen ausgehend vom WTI-Öl an. WTI legte 1,52 US-$/Barrel zu, denn die wöchentlichen US-Rohölbestände waren mit 1,9 Mio. t Barrel bei weitem nicht so stark angestiegen, wie es die Öl-Lobby berechnet hatte. Dennoch liegen die US-Rohölbestände mit knapp 491 Mio. Barrel auf dem höchsten Stand seit rund 80 Jahren. Brent Crudeöl profitierte von einer geopolitischen Prämie und legte 1,20 US-$/Barrel zu. (St) 
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