Märkte am Morgen

Technische Kursverluste für Matif-Mais

Weizen: Die Chicagoer Notierungen setzten wieder einmal den Rahmen am Weizenmarkt. An der Leitbörse gab es nach einem auf und ab ein leichtes Plus. Die Aussichten auf steigende US-Weizenimporte hoben die Stimmung. 

An der Matif hielten sich die alterntigen Termine ebenfalls im grünen Bereich. In Frankreich stehen die Weizenbestände schlechter als im Vorjahr, bieten aber kein Grund für Beunruhigung. Schließlich werden rund 66 Prozent der französischen Bestände derzeit als gut bis sehr gut bonitiert.
 
Das Analystenhaus Informa blieb bei seiner gedrückten Einschätzung für die argentinische Weizenernte, taxiert die Ernte nun aber mit 9,6 Mio. t etwas besser als zuletzt. Die USDA Schätzung von 11 Mio. t wird im neuen Report am Freitag möglicherweise korrigiert. Da die argentinische Weizenernte quantitativ und qualitativ nicht überzeugen kann, deckt sich Brasilien derzeit verstärkt mit Weizen aus den USA ein. In der Vorwoche war Brasilien an den US-Exportzahlen mit fast 180.000 t Hard-Red-Winterweizen beteiligt. Brasilien importiert normalerweise einen Großteil seines Weizens aus Argentinien.
 
Mais: In Chicago legte Mais im Wochenverlauf mehr 13 US-$/t zu. Zum Wochenschluss gab es erneut ein leichtes Plus. Die etwas besseren Exportzahlen der Vorwoche und Aussichten auf eine Nachfragebelebung sowie bessere Zahlen aus der US-Ethanolwirtschaft sorgten für den leichten Auftrieb.

An der Matif musste Mais technischen Glattstellungen Tribut zollen und schloss 2,75 €/t für März schwächer. Der Mai notierte dagegen unverändert. Der Märzkontrakt 2013 läuft am Dienstag dieser Woche in Paris aus. Dies könnte an seinen letzten beiden Handelstagen noch für ungewohnte Preisbewegungen sorgen.
 
Die argentinische Maisernte wird nach Ansicht des US-Analystenhauses Informa mit 25 Mio. t niedriger ausfallen, als das USDA zuletzt geschätzt hatte. Das USDA erwartet noch 27 Mio. t. Für Brasilien hat Informa seine Prognose knapp 1 Mio. t unter die USDA Schätzung gesenkt und rechnet mit einer brasilianischen Maisernte von 71,6 Mio. t. Die Maisexporte in Brasilien haben im Februar erheblich an Tempo verloren. Ursächlich hierfür sind der Übergang zur neuen Ernte und die anhaltenden Verladeprobleme.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex bringt wenig Neues. Die volatile Bewegungen halten an. Am Freitag setzte es für Bohnen überschaubare Notizverluste, während die Schrotnotierungen mehr als 8 US-$/t nachgaben. Ein Verkauf von 120.000 t US-Sojabohnen nach China milderte den Druck etwas ab.
 
Informa sieht weiterhin sehr gute Aussichten für die Sojabohnenernte in Brasilien. Es rechnet mit dort mit einer Bohnenernte von 84,4 Mio. t - knapp 1 Mio. t mehr als das USDA. Für Argentinien hat es sich den skeptischen Einschätzungen angeschlossen, erwartet mit 51 Mio. t aber immer noch eine deutlich bessere Bohnenernte als die pessimistischsten Analysten.
 
Raps: Schwächere Sojabohnen setzen auch die Rapsnotierungen unter Druck. Die Kurse gaben aber nur leicht nach. Die Handelsaktivitäten in Paris blieben wie schon in den Vortagen unterdurchschnittlich. Rückläufige Rohölnotierungen verstärkten die negative Stimmung noch zusätzlich. In Winnipeg fielen die Notizverluste für Raps höher als in Paris aus.
 
Rohöl: Die Abwärtstendenz bei Rohöl setzte sich fort. Nach neuerlichen Kursverlusten bewegen sich die WTI-Notierungen in Richtung 90 US-$/Barrel und die Brent Crude-Ölnotierungen in Richtung 110 US-$/Barrel. Schwächere Konjunkturdaten, hohe Rohöllagerbestände in den USA und ein fester US-Dollarkurs sorgten für reichlich Druck.

Mit einem Schlag sind auch wieder die Haushaltsprobleme der USA in den Vordergrund gerückt. Zu Monatsanfang treten automatisch Haushaltseinsparungen in den USA von 85 Mrd. US-Dollar in Kraft, da sich die großen Parteien nicht auf ein Budget einigen können. (St)
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