Märkte am Morgen: Getreide

Terminmarkt schließt schwach

Weizen: An der Matif standen die beiden letzten Handelstage im alten Jahr unter wechselhaften Vorzeichen. Bei ruhigem Geschäft verabschiedet sich der Märzkontrakt aus dem alten Jahr nach einem leichten Minus mit 173,50 €/t. Die Notierungen bewegen  sich auf dem tiefsten Niveau seit vier Monaten. Die physische Märkte könnten nach dem Wintereinbruch in Teilen Europas von Frost-Risiken profitieren, denn die Weizenbestände haben sich durch das milde Wetter üppig entwickelt und möglicherweise keine ausreichende Winterhärte ausgebildet. Der Euro notiert heute Morgen gegen den US-Dollar wenig verändert bei 1,09 US-$.
 
In Chicago standen die Weizenkurse zum Jahresschluss ebenfalls unter Druck und der Märzkurs fiel auf 4,70 US-$/bushel. Die Weizen-Futures in Chicago haben im Laufe des Jahres 2015 mehr als 20 Prozent verloren und verbuchten die höchsten Verluste seit 2008. Das nasse Wetter und Überschwemmungen im südlichen Teil des mittleren Westens könnten den US-Terminmarkt kurzfristig etwas stabilisieren, auch wenn das Hochwasser in erster Linie zu Logistikproblemen beim Weizen führt.
 
Beim Ausblick auf 2016 richtet sich der Fokus auf Argentinien. Es wird damit gerechnet, dass Argentinien noch größere Weizenmengen für den internationalen Markt mobilisieren kann. Das USDA geht in seinem Dezember-Report von argentinischen Weizenimporten von 6 Mio. t aus. Offen ist derzeit, wie viel Weizen Argentinien bereits exportiert hat. Auch Frostrisiken der Schwarzmeerregion könnten die Terminmärkte kurzfristig tangieren, denn die Weizenbestände in Osteuropa sind nur von einer dünnen Schneedecke geschützt.
 
Mais: Die Kurse in Chicago setzen ihre schwächere Tendenz fort. Der März ging mit einem Schlusskurs von 3,59 US-$/bushel oder umgerechnet 141 US-$/t aus dem Jahr.
 
In Paris schlossen die Mais-Futures zuletzt mit unterschiedlichen Vorzeichen. Der Januar fiel zum Jahresschluss nach neuerlichen Positionsbereinigungen auf 144,50 €/t. Der März notierte fast 20 €/t höher als der Frontmonat, der am morgigen Dienstag seinen letzten Handelstag hat.
 
Auch bei Mais dürfte sich der Fokus im neuen Jahr auf Argentinien richten. Der Markt rechnet mit größeren Maisverkäufen der argentinischen Farmer im neuen Jahr. Die  Regierung erwartet für die kommenden Jahre Rekord-Maisernten. Die Maisaussaat in Argentinien war zum Jahreswechsel zu rund Dreiviertel abgeschlossen.
 
Indien hat erstmals einen Import von 500.000 t Mais ohne Einfuhrzölle zugelassen. Dies wird der erste Maisimport seit 16 Jahren. Üblicherweise exportiert Indien sogar kleinere Maismengen. In diesem Jahr machen fehlende Niederschläge allerdings Einfuhren  notwendig. (St) 
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