Vorschätzung

Trockenheit bremst Rapsanbau

Die EU-Rapsernte 2016 wird mit rund 20 Mio. t sehr schwach ausfallen. Im Vergleich zum Vorjahr fehlen etwa 10 Prozent. Deutschland liegt mit minus 8 Prozent auf rund 4,6 Mio. t im EU-Mittelfeld. Größer ist der Rückgang in Frankreich mit minus 13 Prozent auf ebenfalls rund 4,6 Mio. t. Polen als drittgrößtes Erzeugungsland kommt 2016 schätzungsweise auf 2,2 Mio. t, was 22 Prozent weniger als im Vorjahr wäre.

Briten haben kleinste Ernte seit zwölf Jahren

Die Rapsbestände entwickeln sich in Europa unterschiedlich gut.
-- , Foto: Archiv
Die Rapsbestände entwickeln sich in Europa unterschiedlich gut.
Jetzt meldet auch das Vereinigte Königreich eine besonders geringe Menge. Die britische Rapsernte 2016 ist mit weniger als 1,8 Mio. t die kleinste seit zwölf Jahren, berichtet das Agrarministerium (Defra) in London. Im Vergleich zu 2015 beträgt der Rückgang wie in Polen 30 Prozent. Grund ist hier die Kombination von einer deutlichen Flächeneinschränkung und kräftigen Ertragseinbußen. Höher als im Vorjahr sind dagegen die Erntemengen in Rumänien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei, die Mehrmengen können jedoch auf EU-Ebene die Einbußen in den führenden Erzeugungsländern nicht ausgleichen.

Auch die Aussichten für die Ernte 2017 sind bereits gedämpft. In Deutschland gehen Saatgutanbieter allenfalls von einer Rapsfläche auf Vorjahresniveau aus, die mit 1,3 Mio. ha bereits nicht üppig war. In weiten Teilen Deutschlands berichten Landwirte, dass Niederschläge für einen guten Feldaufgang gefehlt haben.

In Frankreich könnte die Fläche weiter schrumpfen

Trockenheit plagt auch Landwirte in Frankreich und England, berichten die Analysten von Oil World. Der Westen Polens ist ebenfalls betroffen und hier besonders die Ackerbauregionen um Breslau und Posen, meldet zu Wochenbeginn Farmer.pl. Oil World geht davon aus, dass sich in all diesen Ländern die Rapsanbaufläche kaum vom niedrigen Niveau des Vorjahres abheben wird. In Frankreich könnte die Fläche sogar um 5 bis 10 Prozent gesunken sein. Grund ist allein das Wetter, denn preislich bestünden durchaus Anreize, die Fläche zu vergrößern. (db)
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