Märkte am Mittag

Trockenheit fordert ihren Tribut

Für Deutschland hat der EU-Prognosedienst MARS die Ertragserwartungen zur Ernte 2015 im Vergleich zur Schätzung im Mai abgesenkt. Weizen könnte 7,8 t/ha, Wintergerste 6,9 t/ha und Raps 4,0 t/ha bringen. Gravierend ist der Rückgang im Vergleich zum Vormonat bei Raps, wo die Trockenheit bisher 10 Prozent Ertrag gekostet haben könnte. Sie ist besonders ausgeprägt in Hessen und Thüringen, aber auch deutlich spürbar in einem Band von Nordrhein-Westfalen bis Brandenburg. Ausreichend Niederschläge hat es dagegen an der Küste und im Süden Baden-Württembergs und Bayerns gegeben.

Erträge (noch) über dem Durchschnitt…

Eine Missernte wären die genannten Durchschnittserträge für Deutschland jedoch keinesfalls: In allen Fällen übertreffen sie den fünfjährigen Durchschnittswert. Legt man allerdings den Maßstab des Vorjahres an, so fallen die Getreide- und Rapserträge um etwa 10 Prozent zurück. Mit einer solchen Tendenz rechnet auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der vor wenigen Tagen seine Juni-Schätzung veröffentlicht hat.

… Aber dafür braucht es Regen

Die MARS-Fachleute weisen darauf hin, dass die Situation in Deutschland dann Anlass zur Besorgnis gegen könnte, wenn es in Deutschland in den kommenden Tagen nicht ausreichend regnet. Denn die Wasservorräte in den Böden der von der Trockenheit betroffenen Regionen sind sehr strapaziert.

Niederschläge fehlen auch in Nachbarländern

Trockenes Wetter plagt auch die französischen Landwirte. Dort sind bereits am Freitag beim wöchentlichen Monitoring die Erträge herunter geschätzt worden. MARS hat ebenfalls etwas nach unten korrigiert – allerdings nicht so stark wie in Deutschland. Sollte die Trockenheit anhalten, stellen die Brüsseler Fachleute einen weiteren Rückgang in Aussicht.

In Polen ist die Situation gemischt. Während es im Westen des Landes zu trocken ist, gibt es im Osten reichlich Regen. Auch in Großbritannien sind die Niederschläge ungleich verteilt. Zu trocken ist es dort vor allem im Südosten. Insgesamt beurteilt MARS dort die Aussichten bislang aber als günstig. Weniger ertragreich dürften die südeuropäischen Länder ernten, die vor einem Jahr ungewöhnlich hohe Ernten eingefahren hatten.

Pause für die Raps-Rally

An der Matif legen die Notierungen für Raps heute nach dem steilen Anstieg der Vortage eine Verschnaufpause bei 379,25 €/t ein. Weizen befestigt sich um 1,00 €/t auf 179,50 €/t. Mais legt geringfügig um 0,25 €/t auf 162,00 €/t zu. (db)
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