Frankreich

Trockenheit kostet Maisertrag


Nach dem Urteil des Statistikamtes Agreste in Paris haben die Hitzewellen im Juli und der Mangel an Regen dem Mais und den Zuckerrüben zugesetzt. Für Körnermais veröffentlicht das Amt in seinem August-Bericht die erste Ernteschätzung. Eine erhebliche Flächeneinschränkung trifft zusammen mit niedrigen Erträgen. Die Fläche zur Ernte 2015 soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich um fast 9,0 Prozent auf unter 1,7 Mio. ha schrumpfen. Bei um 20 Prozent geringeren Erträgen von nur 8,1 t/ha schrumpft die Ernte auf 13,5 Mio. t, darunter gut 13,2 Mio. t Konsummais und 233.000 t Saatmais. Der Rückgang zu 2014 beträgt 28 Prozent. Im Vergleich zum fünfjährigen Mittel fehlen 15 Prozent. Die Silomaisernte wird ebenfalls deutlich kleiner. Agreste schätzt einen Rückgang der Futtermengen um 16 Prozent im Vergleich zu 2014.

Weichweizenernte legt kräftig zu

Dagegen hat Agreste die Schätzung für Weichweizen deutlich nach oben gesetzt – höher sogar als Analystenschätzungen der vorigen Woche. Weichweizen wächst auf einer um 3,2 Prozent höheren Anbaufläche als im Vorjahr. Auf den fast 5,2 Mio. ha könnten die Landwirte im französischen Durchschnitt 7,6 t/ha dreschen. Das wären 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Frankreich käme dann auf eine Weichweizenernte von 39,3 Mio. t, die den Vergleichswert 2014 um 4,7 Prozent und das fünfjährige Mittel um 9,5 Prozent übertreffen würde.

Gerstenerträge ebenfalls sehr hoch

Auch die Wintergerstenerträge hat Agreste deutlich nach oben gesetzt. Sie könnten mit 7,2 t/ha das Vorjahrsniveau um 5,2 Prozent treffen. Wegen der Flächenausdehnung um 4,6 Prozent wächst die Ernte um 9,8 Prozent. Das Statistikamt schätzt jetzt 8,9 Mio. t Wintergerste. Bei Sommergerste macht sich dagegen die Flächeneinschränkung bemerkbar. Trotz etwas höherer Erträge als im Vorjahr sinkt die Ernte im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 13 Prozent auf 2,8 Mio. t.

Gesamte Getreideernte wird überdurchschnittlich

Der erhebliche Rückgang der Maisernte wird zum Großteil durch die besseren Ergebnisse bei den meisten anderen Getreidearten kompensiert. Die gesamte französische Getreideernte schätzt Agreste jetzt auf 69,9 Mio. t. Dieses Ergebnis wäre 4,0 Prozent geringer als vor einem Jahr, aber 3,5 Prozent höher als das Fünfjahresmittel.

Raps verliert Fläche und Ertrag

Für Raps hat Agreste im Vergleich zum Vormonat die Erwartungen nach unten gesetzt. Für den Anbau von Winterraps und Sommerraps zusammen nennt Agreste 2015 eine Fläche von 1,48 Mio. ha. Verglichen mit dem Vorjahr fehlen 1,5 Prozent. Bei etwa 7,4 Prozent niedrigeren Erträgen von 3,4 t/ha errechnet Agreste einen Rückgang der Erntemenge um 8,9 Prozent auf rund 5,0 Mio. t. (db)
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