Rabobank-Analyse

Trüber Ausblick auf Weizenpreise

Die Weizenpreise haben wenig Luft nach oben. Das hält die Rabobank in ihrem monatlichen Ausblick auf die Agrarmärkte fest. Daran ändern auch Bedenken über Qualitäts- und Ertragseinbußen bei deutschem und französischem Weizen kurz vor der neuen Ernte wenig.

In Deutschland und Frankreich hat die Extremwetterlage der vergangenen Wochen mit heftigen Niederschlägen beziehungsweise regionaler Trockenheit und Hitze Sorgen über Qualitätseinbußen in der neuen Ernte genährt, schreiben die Rabobank-Analysten in dem Bericht von Dienstag. Die Bestände in den beiden Staaten blieben anfällig für mögliche Schäden, da auch weiterhin Niederschläge vorhergesagt seien.

Mehr Exporte aus Russland

Dennoch sehen die Analysten wenig Aufwärtspotenzial für den europäischen Weizenmarkt, da die Ernteerwartungen für Russland und die Ukraine positiv seien. Für Russland steigen die Exporterwartungen daher in der kommenden Saison 2016/17. Zwar wird die Ukraine weniger Weizen exportieren als noch im laufenden Wirtschaftsjahr 2015/16, doch auch hier habe sich die Prognose in den vergangenen Wochen erhöht, so die Rabobank weiter.

Da das Weizenangebot aus Europa reichlich bleibt, bewegt sich der Ausblick auf die Weizenkurse an der Matif in Paris der Analysten für die kommenden 12 Monate unterhalb der Marke von 180 €/t. Und das, obwohl sie davon ausgehen, dass die EU im kommenden Wirtschaftsjahr rund 2,5 Mio. t mehr Weizen exportieren wird als in der laufenden Saison. Denn es gebe auch Risiken auf der Nachfrageseite: Zuletzt habe Ägypten wieder zwei Lieferungen wegen Mutterkornbelastungen zurückgewiesen, berichtet die Rabobank. Das ägyptische Agrarministerium besteht auf einer Nulltoleranz für Mutterkorn in Importweizen. Darunter könnten künftig die französischen Exporte leiden. (pio)
stats