Ernteschätzung

Tschechien bestätigt hohe Weizenernte

Das Statistikamt in Prag rechnet in seiner Oktober-Schätzung für 2016 mit rund 8,4 Mio. t Getreide (einschließlich Mais). Die Ernte liegt um 3 Prozent über dem bereits hohen Vorjahresergebnis und 11 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt.
 
Erstmals ist in dieser Schätzung die tschechische Körnermaiserzeugung berücksichtigt, die mit gut 640.000 t ungewöhnlich gut ausgefallen ist. Sie folgt auf das andere Extrem im Vorjahr, das ein äußerst schwaches Ergebnis von nur 440.000 t Körnermais gebracht hatte.

Die beiden mit Abstand dominierenden Getreidearten in Tschechien sind Weizen und Sommergerste. Die Weizenernte 2016 könnte mit fast 5,5 Mio. t das bereits recht hohe Vorjahresergebnis noch um 4 Prozent übertreffen.

Bei Sommergerste fällt geringe Fläche ins Gewicht

Die Sommergerstenernte sinkt dagegen im Vergleich zu 2015 deutlich um 14 Prozent auf rund 1,2 Mio. t. Hier ist der Grund eine deutliche Flächeneinschränkung, denn die Erträge sind etwa gleich geblieben. Das Ergebnis ist für den europäischen Braugerstenmarkt von Bedeutung, denn Tschechien ist in der EU Nettoexportland für Braugerste.

Zufrieden sein können die tschechischen Rapsanbauer. Sie haben auf größerer Fläche ansehnliche Erträge gedroschen und die Erzeugung im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf fast 1,4 Mio. t gesteigert. Im Vergleich zum Zehnjahresmittel sind es sogar 18 Prozent mehr.

Gut ein Drittel mehr Kartoffeln

Tschechien hat außerdem ansehnliche Ernten für Kartoffeln, Zuckerrüben und Silomais bekannt gegeben, die deutlich über dem sehr schwachen Vorjahresergebnis liegen. Vor einem Jahr hatte extreme Trockenheit und Hitze diese Kulturen geschwächt. Für die Kartoffelernte 2016 nennt das Statistikamt 690.000 t – ein Plus von 37 Prozent im Vergleich zu 2015. Zuckerrüben legten um 13 Prozent auf gut 3,8 Mio. t zu und Silomais um 33 Prozent auf 9,5 Mio. t. Enttäuscht haben allerdings die Körnererbsen, die für Greening-Auflagen verstärkt angebaut worden sind. Sie haben nur einen Ertrag von 2,7 t/ha und eine nationale Erntemenge von 72.000 t gebracht. (db)
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