Ernteschätzung

Tschechiens Landwirte dreschen weniger

Das Statistikamt in Prag rechnet in seiner ersten Schätzung für 2015 mit rund 6,8 Mio. t Getreide (ohne Mais). Gegenüber der sehr hohen Vorjahresernte würden 14 Prozent weniger gedroschen. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel würde das aktuelle Ergebnis jedoch immer noch um fast 1 Prozent größer ausfallen, relativiert die Behörde.

Die beiden mit Abstand dominierenden Getreidearten in Tschechien sind Weizen und Sommergerste. Die Weizenernte 2015 könnte im Vergleich zur sehr hohen Vorjahresernte um mehr als 15 Prozent auf rund 4,6 Mio. t zurückgehen. Hier trifft ein Ertragsrückgang um fast 15 Prozent zusammen mit einer leichten Flächeneinschränkung.

Die Sommergerstenerträge könnten um ebenfalls fast 15 Prozent niedriger ausfallen. Da jedoch die Fläche um etwa 6 Prozent gewachsen ist, ergibt sich ein Ernterückgang um moderatere 9 Prozent auf rund 1,2 Mio. t. Tschechien ist in der EU ein bedeutendes Land für den Braugerstenanbau.

Deutlich schrumpfen wird die tschechische Rapsernte. Um 22 Prozent niedriger als im Vorjahr schätzt das Statistikamt das diesjährige Ergebnis. Auf einer um mehr als 5 Prozent kleineren Fläche sollen die Erträge um 17 Prozent zurückgehen. Die Ernte würde mit rund 1,2 Mio. t Raps auch das Fünfjahresmittel um 3 Prozent verfehlen. Tschechien ist fünftgrößtes Rapserzeugungsland in der EU. Die vorderen Plätze nehmen in diesem Jahr Frankreich, Deutschland, Polen und Großbritannien ein. (db)
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