Flächenschätzung

US-Schätzung befeuert Weizenpreise


Das US-Agrarministerium hat in seiner am Freitag veröffentlichten Flächenschätzung für die USA weitere Abstriche am Weizenanbau vorgenommen. Danach umfasst die die gesamte Weizenfläche zur Ernte 2017 dort wohl nur noch 45,7 Mio. acres. Der voraussichtliche Flächenrückgang im Vergleich zum Vorjahr ist mit 9 Prozent größer als in den bisherigen Schätzungen ausgewiesen. So eine niedrige Fläche wie 2017 hat es nicht gegeben, seit das Ministerium im Jahr 1919 mit der Dokumentation des Aussaatumfangs begonnen hatte.

Chicago reagiert mit Preisanstieg

Nach Bekanntgabe der Flächenschätzung am Freitag um 18 Uhr europäischer Zeit sind die Weizenpreise in Chicago nach oben geschnellt und haben auch die Mais- und Sojanotierungen mitgezogen. Etwas größer als bisher erwartet ist nach der neuen Schätzung die US-Maisanbaufläche mit 90,9 Mio. acres. Der Rückgang beträgt 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Sojafläche wird um 7 Prozent auf 89,5 Mio. acres wachsen. Dieser Rekordumfang ist auch bisher schon erwartet worden.

EU-Weizenernte schwächer als bisher erwartet

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat bereits am Donnerstag wegen ungünstigem Wetter in den USA die Erwartungen an die US-Weizenernte 2017 im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Mio. t nach unten gesetzt. Sie könnte im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 48,6 Mio. t sinken. Auch in der EU streicht der IGC nach der Hitzewelle im Mai im Vergleich zum Vormonat 0,5 Mio. t und taxiert die Weizenernte 2017 jetzt auf 149,4 Mio. t. Das wären nur 3 Prozent mehr als die schwache Vorjahresernte. (db)
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