Auf Basis der ersten Ertragsschätzungen in den USA hat das US-Agrarministerium (USDA) die Schätzung für die US-Ernte 2017 im Vergleich zum Vormonat um mehr als 3 Mio. t auf gut 119 Mio. t angehoben. Damit wäre der Vorjahresrekord noch getoppt. Analysten geben allerdings zu bedenken, dass sich in den USA die Sojaerträge im August noch nicht zuverlässig schätzen lassen, sodass in den kommenden Wochen sich das Bild noch ändern kann.

Aus heutiger Sicht sieht es jedoch so aus, als könnten 2017/18 sowohl in den USA selbst als auch global die Endbestände an Sojabohnen noch anwachsen. Einen besonders großen Zuwachs sieht das Washingtoner Ministerium zurzeit in Argentinien, weil dort die Exporte schwächer laufen als bisher erwartet. Die US-Exporteure können sich jedoch gute Chancen am Weltmarkt ausrechnen. Allerdings wird der chinesische Importbedarf voraussichtlich nicht mehr steigen. In den Vorjahren hatte China mit seinen gewaltigen Steigerungsraten dem Sojamarkt eingeheizt. Für 2017 rechnet das USDA damit, dass in China selbst die Sojaernte ansteigen könnte.

Global erwartet das USDA eine Sojaerzeugung von mehr als 347 Mio. t. Das Rekordergebnis des Vorjahres würde damit allerdings noch um etwa 5 Mio. t verfehlt. Das USDA geht davon aus, dass Brasilien und Argentinien nicht wieder die hohen Mengen des Vorjahres einfahren werden.

An der Chicagoer Börse rutschen nach Bekanntgabe dieser hohen Ernteschätzungen für die USA die Sojakurse besonders deutlich ab. (db)
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