Märkte am Morgen: Getreide

US-Weizenbilanz drückt auf Kurse

Weizen: Der neue WASDE-Report löste in Chicago heftige Gewinnmitnahmen aus und die Kurse gaben mit einem Minus von bis zu 18,6 Cents/Bushel wieder deutlich nach. Das USDA leitet aus den heftigen Niederschlägen in den zentralen und südlichen US-Plains ein besseres Ertragspotenzial für den Winterweizen ab seine und korrigierte Schätzung für die US-Weizenernte um 900.000 t auf 57,7 Mio. t nach oben.
 
In der kommenden Saison sollen die Weizenbestände in den USA um 2,8 Mio. t auf 22,2 Mio. t und damit auf 38 Prozent der US-Weizenernte anwachsen. Die Fonds ließen sich von der neuen Zahlen beeindrucken und regierten mit größeren Verkäufen, zumal das USDA auch die globale Weizenernte um 2,5 Mio. t auf ein sehr gutes Ergebnis von fast 722 Mio. t anhob.
 
Viele Analysten sehen jedoch erhebliche Ertragsrisiken für die US-Weizenernte. In den südlichen Plains ist der Erntestart massiv verregnet und Befürchtungen über Qualität und Ertragsprognosen halten sich. Möglicherweise habe das USDA die jüngsten Entwicklungen noch nicht berücksichtigt, so kritischen Stimmen. Auch in Europa kommen vermehrte Zweifel an einer sehr guten Weizenernte auf. In Frankreich sehen Ernte-Scouts die Gefahr von schwächeren Erträgen aufgrund des trockenen Frühjahrs. In einem breiten Streifen Deutschlands ist es zu dem weiterhin zu trocken. Das USDA hat seine Schätzung für die EU-Weizenernte dagegen leicht auf 150,7 Mio. t nach oben korrigiert.
 
An der Matif gerieten die Notierungen im Vorfeld des USDA-Reports unter Druck und die schwache Tendenz setzte sich bis zum Börsenende fort. Der November verlor 2,50 €/t, der Dezember schloss nach ähnlichen Notizverlusten bei 185,50 €/t.
 
Mais: Die neue Maisbilanz des USDA brachte einen bärischen Unterton. Vor allem die größeren Ernten in Südamerika und der größer als erwarteter Anstieg der US-Endbestände sowie ein Zuwachs der globalen Endbestände von 4,5 Mio. t in dieser Kampagne drückten in Chicago auf die Stimmung. Die Kurse gaben bis zu 8,2 Cents/Bushel nach.
 
Der Matif stand Mais im Zeichen der schwachen Weizenkurse und des gedrückten Einflusses von Chicago. Der August und November verloren 2,75 €/t. Der August notierte bei Börsenschluss knapp unter 165 €/t. (St)
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